04 März 2026

Jack London: Martin Eden

 Jack London: Martin Eden (Wikipedia)

Wikipedia: "[...] Die Handlung des Romans – er umfasst 46 Kapitel auf 486 Seiten – spielt in der San Francisco Bay Area und im Zentrum stehen diese beiden Protagonisten:[6]

Mit einem Abendessen in der Wohnung der Familie Morse beginnt der Roman. Arthur, der Bruder von Ruth, hatte Martin eingeladen. Es geschah aus seiner Dankbarkeit für dessen spontane Hilfeleistung bei einem Angriff von betrunkenen Hooligans auf einer Fähre. Vor dem Abendessen sieht Martin zum ersten Mal Ruth, von deren sublimer Schönheit er sofort begeistert ist: Er verliebt sich in Ruth. In ihrem ersten Gespräch sprechen sie auch über die Dichter Swinburne und Longfellow.[7] Beim Abschied leiht Ruth ihrem Gast Martin je einen Gedichtband von Swinburne sowie von Browning.[8]

Martin Eden will nun seine Bildung durch intensive autodidaktische Studien verbessern. Zu diesem Zweck wird er ein regelmäßiger Nutzer der Oakland Free Library sowie der Berkeley Free Library. In einem Dienstmädchenzimmer, das er im Haus seines Schwagers Bernard Higginbotham bewohnt, verbringt er Tage und Nächte mit dem Lesen der entliehenen Bücher. Nachdem er auch die Götter-und Heldensagen  von  Thomas Bulfinch gelesen hatte und eine Woche vergangen war, organisiert Martin ein Wiedersehen mit Ruth in ihrem Haus.[9]

Beim zweiten Treffen beschreibt Martin den dringenden Wunsch, seine allgemeine Bildung wesentlich zu verbessern. Hierzu bittet er Ruth um Rat, und sie antwortet: Was Sie brauchen, das ist Ihnen ja selbst klar, ist Bildung. Sie müssen zurück in die Grammar School, und wenn Sie damit fertig sind, zur Highschool und zur Universität.[10] Über Martins Einwand fehlender Finanzmittel entwickelt sich eine Diskussion über seine sprachliche Ausdrucksweise, insbesondere über seine mangelhafte Grammatik.[11] Die dann folgenden Besuche, es sind etwa ein halbes Dutzend, sind geprägt von Ruths Lernhilfe. Aber sie trägt auch das Gedicht Princess des englischen Lyrikers Alfred Lord Tennyson vor, und sie spielt die Ouvertüre zu Wagners Tannhäuser. Weil ihr Erfahrungen fehlen, kann sie die Situation nicht durchschauen: Ruth hat keine Ahnung davon, dass der verliebte Matrose allmählich auch ihre Liebe entstehen lässt. Oder mit anderen Worten: Da sie bisher ohne jede Liebesgeschichte gewesen war, fehlte es ihr an der Möglichkeit, eigene Gefühle einzuordnen.[12]

Weil Martin das Geld ausgegangen war, hatte er als Matrose vor dem Mast auf einem Schatzsucherschiff angeheuert. Von dieser Reise kehrt er nach acht Monaten mit der festen Entscheidung zurück, zukünftig als Schriftsteller sein Einkommen verdienen zu wollen. Er würde schreiben – alles: Gedichte und Prosa, Erzählungen, Aufsätze und Theaterstücke wie Shakespeare. Das war … ein Weg, um Ruth zu gewinnen.[13]

Mit hoher Disziplin setzt Martin die Entscheidung in die Tat um. Das Manuskript einer Erzählung schickt er an den Herausgeber des San Francisco Examiner. Danach schreibt er eine Abenteuergeschichte für Jungen, die er an die Kinderzeitschrift The Youth’s Companion adressiert. Anschließend beginnt er, einen Artikel über Perlentaucher zu schreiben. In derselben Zeit entscheidet das Ehepaar Morse nach einem gemeinsamen Abendessen über Martins Rolle. Ihm wird die Aufgabe zugestanden, Ruths Interesse für die Männerwelt im Allgemeinen zu wecken.[14]

Auf dem Weg zur Bibliothek hört Martin en passant aus einer Diskussionsrunde im City Hall Park einige Zitate des englischen Philosophen Herbert Spencer, die ihn veranlassen, dessen Werk First Principles auszuleihen und zu lesen. Das intensive, enthusiastische Studieren des Werkes lässt Martin sogar einen Termin mit Ruth vergessen. Doch beim nächsten Treffen – im Beisein ihrer Brüder Arthur und Norman sowie des Kommilitonen Will Olney – beobachtet Martin eine erstaunliche Gleichgültigkeit gegenüber Spencer. Olney wiederholt sogar jenen Spruch, den Martin schon aus der Diskussionsrunde kennt: Es gibt keinen Gott außer dem Unerkennbaren, und Herbert Spencer ist sein Prophet.[15]

[...]"

Kapitel 14 bis 22

Vierzig Manuskripte hat Martin auf den Weg in die Redaktionen gebracht, doch bisher kann er keinen Erfolg, keine Annahme eines Manuskriptes nachweisen. Erst jetzt entschließt er sich, Ruth ausgewählte Texte zu präsentieren. Bei einem Ausflug im Sommer liest er Ruth drei Geschichten vor. Ihre Kritik ist ablehnend, sie nennt sein Schreiben amateurhaft und ungeschult. Trotzdem möchte sie alle Texte lesen, die er geschrieben hat oder noch schreiben wird.[16]

In Martins Zimmer stapeln sich die zurückgesandten Manuskripte, und dem Autor fehlt es mittlerweile an Geld, um Briefmarken für weitere Versandaktionen kaufen zu können. Also geht er zur Arbeitsvermittlung, wo er die Stelle in der Wäscherei des Hotels Shelly Hot Spring annimmt. Das Hotel befindet sich 70 Meilen von San Francisco entfernt. In der Wäscherei arbeitet Martin – gemeinsam mit Joe Dawson – täglich bis in den Abend hinein. Seine mehrmals wiederholten Versuche, nach der Arbeit ein Buch des Philosophen John Fiske zu lesen, misslingen.[17] Bei einem Saufgelage in der Dorfkneipe wird ihm seine völlig aussichtslose Lage bewusst, Martin beendet nach drei Monaten den Job in der Wäscherei und zieht wieder in sein Oaklander Zimmer ein.[18]

Zur selben Zeit kehrt die Familie Morse von ihrem Sommerurlaub am Lake Tahoe zurück. Ruth – sie hatte inzwischen ihr Examen bestanden und damit ihr Studium mit einem Bachelor of Arts[19] beendet – und Martin sehen einander in diesem Herbst sehr häufig: Ihre Nähe füreinander kann wachsen.[20] Diese Entwicklung beobachtet Ruths Mutter mit Sorge, über die ein vertrauensvolles Gespräch zwischen den beiden Personen stattfindet. Und die Mutter spricht eine Warnung aus: Ich glaube, ich muss meinem kleinen Mädchen sagen, dass sie sich vorsehen soll. Mit ambivalenten Gefühlen nimmt die Mutter die Wandlung ihrer Tochter vom Mädchen zur Frau wahr, wobei Martin eine vom Ehepaar Morse gewollte funktionale Rolle übernommen hat.[21]

Martin und Ruth machen viele sonntägliche Ausflüge in die Umgebung von San Francisco, zum Beispiel in den Shellmound Park. An einem Herbsttag, bei dem sie auf den Mount Tamalpais blicken können, sprechen sie zum ersten Mal über ihre Liebe.[22]

Wieder daheim kommt es sofort zu einem Gespräch zwischen Ruth und der Mutter über das Ereignis des Tages. Ruth bekennt sich zu ihrer Liebe und sagt: Ich dachte, du wüsstest es. Martin und ich sind verlobt. Das Bekenntnis beantwortet die Mutter mit einer strikten Ablehnung und – auch mit noch anderen Argumenten – ausdrücklich mit dem Hinweis auf Martins Status als ein mittelloser Abenteurer, Seemann, Viehtreiber und Schmuggler, der jetzt verantwortungslos seine Zeit mit dem Schreiben verschwende. Nach diesem Gespräch beschließen die Eltern, auf eine öffentliche Ankündigung der Verlobung zu verzichten und auf ihr Zerbrechen zu warten.[23]

Kapitel 23 bis 28



Martin hat ein Zimmer in North Oakland gemietet, wo er seine schriftstellerischen Arbeiten beharrlich fortsetzt. Weiterhin ist er eifrig bemüht, seine Manuskripte zu versenden. Der fehlende finanzielle Erfolg seiner Bemühungen bringt ihn immer tiefer in eine existenzielle Notlage. Sogar seinen persönlichen Besitz wie Mantel, Uhr, Fahrrad und Anzug bringt er zum Pfandleiher. Als Ruth davon hört, hält sie diesen Weg der Geldbeschaffung für ein hoffnungsvolles Zeichen seiner möglichen Umkehr, seines Ausstiegs aus der Schriftstellerei.[24]

In der schier verzweifelten Lage besteht Martin die Prüfung für eine Anstellung bei der Post (Railway Mail) als bester Bewerber. In diesen Moment hinein kommt ein Brief vom Magazin Transcontinental Monthly mit der Annahme der Horrorgeschichte Das Läuten der Glocken –, allerdings für ein solch niedriges Honorar, dass Martin verärgert auf die an sich positive Nachricht reagiert. Wie ein Trost wirkt da die Annahme der Horrorgeschichte Der Strudel durch das Magazin White Mouse für ein relativ gutes Honorar.[25]

Wegen der fehlenden Besuche entscheidet Ruth spontan, ihren Martin zu besuchen. Sie kommt in der Kutsche der Familie vorgefahren. Zum ersten Mal in ihrem Leben sieht sie die ihr bisher unbekannten Verhältnisse der Armut. Den kurzen Besuch beendet Ruth mit dem Ruf: Ich liebe, liebe, liebe dich![26]

Das Ehepaar setzt die Strategie fort, das Verlöbnis ihrer Tochter durch das Veranstalten von Zusammenkünften mit jungen Menschen aufzuweichen. Doch Martin meistert das Kennenlernen der Gäste und die Gespräche mit ihnen erstaunlich gewandt –, und Ruth hätte sich von ihrem Verlobten kein besseres Benehmen wünschen können. Mit dem Professor Caldwell führt er ein langes Gespräch, in dem es auch um die Evolutionstheorie geht. In diesem Zusammenhang erwähnt Caldwell seinen ehemaligen Kollegen an der Universität Berkeley, den Geologen Joseph LeConte.[27]

Der Abend bei der Familie Morse hinterlässt bei Martin ein widerstreitendes Gefühl: Er ist einerseits enttäuscht von seinem Ziel des Aufstiegs, andererseits ermutigt ihn dieser leichte Aufstieg. Als beschwerlich erweist sich aber weiterhin der komplizierte Weg, mit dem Schreiben ausreichend Geld zu verdienen. Die gezahlten Honorare sind entweder gering oder die Zahlungen bleiben aus. Die Besuche beim Pfandleiher werden wieder häufiger.[28]

Kapitel 29 bis 33

Das Ehepaar Morse setzt seinen Geselligkeitsfeldzug rigoros fort – Martin erscheint nur noch selten. Anlässlich eines Dinners, an dem er teilnimmt, sagt er zum Vater von Ruth: Sie hassen und fürchten die Sozialisten. Aber warum? Sie kennen doch gar keine, und ihre Lehren auch nicht? In dem kontroversen Gespräch gibt sich Mr. Morse als Republikaner zu erkennen.[29]

Seit sich Martin und Ruth ihre Liebe erklärten, ist ein Jahr vergangen. An einem Herbsttag sitzen sie wieder an ihrem bevorzugten Aussichtspunkt, wo Martin den Liebes-Zyklus liest. Statt eines ausführlichen Kommentars beklagt sich Ruth darüber, dass die Hochzeit keineswegs näher gerückt sei, und ihr Verlobter möge sich endlich einen Job suchen, der ein wirkliches Einkommen bringen könnte. In seiner Argumentation zum schöpferischen Prozess bezieht sich Martin auf die Philosophie von Otto Weininger. Doch Ruth bleibt pragmatisch und sagt, Martin könne gegen eine gute Bezahlung in der Kanzlei ihres Vaters anfangen. Schließlich will er von seiner Verlobten wissen, ob sie an seine Schriftstellerei glaube. Sie antwortet: Ich glaube nicht, dass du zum Schreiben geschaffen bist. Und sie denkt an das Unmögliche, das er zu erreichen versucht.[30]

Auf dem Heimweg von einem Dinner begegnet Martin zufällig dem extravaganten[31] Russ Brissenden, den er dort schon als Gast gesehen hat. Den Rest des Abends verbringen beide spontan in dem Lokal Grotto, wo sie einen regen Gedankenaustausch führen. Martin ist begeistert von der lebhaften Intelligenz und dem sprudelnden Wissen seines Dialogpartners, der auf einem katholischen College studierte.[32]

Bereits am folgenden Tag besucht Brissenden seinen neuen Freund, wo er sogleich dessen Manuskript Sternenstunde liest. Beim Abschied nimmt er die Gedichte Liebes-Lyrik und die Die Fee und die Perle mit. Am nächsten Tag kommentiert der Dichter Brissenden die Gedichte von Martin sehr positiv, geradezu euphorisch. Danach sehen sich die Freunde fast täglich.[33]

Kapitel 34 bis 37

Im November – einen Tag vor dem Thanksgiving Day – besucht Ruth ihren Verlobten ein zweites Mal, um seine Anwesenheit beim Dinner zu erfragen. Weil er seinen Anzug beim Pfandleiher hat, kann er nicht als Gast erscheinen. Außerdem ist Martin gerade damit beschäftigt, eine Hawaii-Geschichte mit dem Titel Wiki-Wiki zu schreiben, an der Ruth keinen Gefallen finden kann.[34]

Plötzlich taucht auch wieder Brissenden bei Martin auf. Er bringt Whisky und sein neuestes Gedicht Ephemera mit. Das Gedicht umfasst fast siebenhundert Zeilen, und nach dem Lesen sagt Martin: So etwas hat es in der Literatur noch nicht gegeben. Es ist wunderbar! Die Freunde diskutieren die Chancen einer Veröffentlichung, zu der Brissenden nur sagt: In der ganzen Christenheit gibt es keine Zeitschrift, die es wagen würde, so etwas zu drucken. Dann gibt er Martin dessen Manuskript Schande der Sonne mit den besten Kommentaren zurück.[35]

An einem Januarabend macht Brissenden seinen Freund Martin in einem Haus in San Francisco mit einer Gruppe von Sozialisten bekannt. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel diese Personen:[36]

Das Gespräch in der Gruppe beginnt eher planlos, doch bald bemerkt Martin ein sehr breites Spektrum der Themen: Sie gehen aus vom neuen Shaw-Buch der konservativen englischen Schriftstellerin Mrs. Humphry Ward[37] über Henry James und den amerikanischen Theaterwissenschaftler Brander Matthews (1852–1929)[37] hin zu den Wahlen in Deutschland und einer Rede von August Bebel. Für Martin ist die intensive, auch kontrovers geführte Gesprächsrunde, die im Arbeiterghetto südlich der Market Street stattfindet, wie eine Offenbarung.[38]

Nachdem Martin das Manuskript Schande der Sonne an die Zeitschrift Acropolis geschickt hat, beginnt er eine Semmannsgeschichte mit dem Titel Überfällig. Als Gast der Familie Morse verursacht er beim Abendessen einen Eklat, indem er in einer Diskussion über den Philosophen Herbert Spencer wutentbrannt den Richter Blount beschimpft. Ruths Vater denkt, dass sich in dem heftigen Streitgespräch die Ruppigkeit dieses unangenehmen Burschen gezeigt habe. Beim Abschied sagt Martin zu Ruth: Ich werde deine Familie nicht mehr behelligen, meine Liebe. Sie mögen mich nicht, und es ist Unrecht, wenn ich ihnen meine störende Gegenwart aufdränge.[39]

Zitate:
Martin: "My experiences were so many meaningless pictures. But as I began to add to my knowledge, and to my vocabulary, I saw something more in my experiences than mere pictures. I retained the pictures and I found their interpretation. That was when I began to do good work, when I wrote ‘Adventure,’ ‘Joy,’ ‘The Pot,’ ‘The Wine of Life,’ ‘The Jostling Street,’ the ‘Love-cycle,’ and the ‘Sea Lyrics.’ I shall write more like them, and better; but I shall do it in my spare time. My feet are on the solid earth, now. Hack-work and income first, masterpieces afterward. Just to show you, I wrote half a dozen jokes last night for the comic weeklies;
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Martin:“No, no, not for a moment. I merely maintain my right as an individual. I have just been telling you what I think, in order to explain why the elephantine gambols of Madame Tetralani spoil the orchestra for me. The world’s judges of music may all be right. But I am I, and I won’t subordinate my taste to the unanimous judgment of mankind. If I don’t like a thing, I don’t like it, that’s all; and there is no reason under the sun why I should ape a liking for it just because the majority of my fellow-creatures like it, or make believe they like it. I can’t follow the fashions in the things I like or dislike.” “But music,
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[...] And next day Martin Eden cast hack-work aside, and at white heat hammered out an essay to which he gave the title, “The Philosophy of Illusion.” A stamp started it on its travels, but it was destined to receive many stamps and to be started on many travels in the months that followed.
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Martin:[...] cent of all editors is failure. They have failed as writers. Don’t think they prefer the drudgery of the desk and the slavery to their circulation and to the business manager to the joy of writing. They have tried to write, and they have failed. And right there is the cursed paradox of it. Every portal to success in literature is guarded by those watch-dogs, the failures in literature. The editors, sub-editors,
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Martin zu Brissenden:[...] never can puzzle out why you, of all men, are a socialist,” Martin pondered. “You detest the crowd so. Surely there is nothing in the canaille to recommend it to your aesthetic soul.” He pointed an accusing finger at the whiskey glass which the other was refilling. “Socialism doesn’t seem to save you.” “I’m very sick,” was the answer. “With you it is different. You have health and much to live for, and you must be handcuffed to life somehow. As for me, you wonder why I am a socialist. I’ll tell you. It is because Socialism is inevitable; because the present rotten and irrational system cannot endure; because the day is past for your man on horseback. The slaves won’t stand for it. They are too many, and willy-nilly they’ll drag down the would-be equestrian before ever he gets astride. You can’t get away from them, and you’ll have to swallow the whole slave-morality. It’s not a nice mess, I’ll allow. But it’s been a-brewing and swallow it you must. You are antediluvian anyway, with your Nietzsche ideas. The past is past, and the man who says history repeats itself is a liar. Of course I don’t like the crowd, but what’s a poor chap to do? We can’t have the man on horseback, and anything is preferable to the timid swine that now rule. But come on, anyway. I’m loaded to the guards now, and if I sit here any longer, I’ll get drunk. And you know the doctor says—damn the doctor! I’ll fool him yet.”
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[Die Natur: ...] Out of the plentiful spawn of life she flung from her prolific hand she selected only the best. It was by the same method that men, aping her, bred race-horses and cucumbers. Doubtless, a creator of a Cosmos could have devised a better method; but creatures of this particular Cosmos must put up with this particular method. Of course, they could squirm as they perished, as the socialists squirmed, as the speaker on the platform and the perspiring crowd were squirming even now as they counselled together for some new device with which to minimize the penalties of living and outwit the Cosmos. So Martin thought, and so he spoke when Brissenden urged him to give them hell. He obeyed the mandate, walking up to the platform, as was the custom, and addressing the chairman. He began in a low voice, haltingly, forming into order the ideas which had [...]
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"[...] Malthus, and enunciated the biological law of development. “And so,” he [Martin] concluded, in a swift résumé, “no state composed of the slave-types can endure. The old law of development still holds. In the struggle for existence, as I have shown, the strong and the [...] 
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[Martin...] “But to return. I have shown that no society of slaves can endure, because, in its very nature, such society must annul the law of development. No sooner can a slave society be organized than deterioration sets in. It is easy for you to talk of annulling the law of development, but where is the new law of development that will maintain your strength? Formulate it. Is it already formulated? Then state it.” Martin took his seat amidst an uproar of voices."

Wikipedia: "Kapitel 38 bis 46

An einem Sonntagabend gehen Brissenden und Martin in Oakland in eine öffentliche Veranstaltung der Socialist Party of America. Dort ergreift Martin das Wort und argumentiert vehement gegen die Sklavengesellschaft.

Ein zufällig anwesender junger Reporter macht aus der Attacke einen Artikel über Martin als einen radikalen Anführer der Sozialisten in Oakland.[40]

Der Artikel – Martin nennt ihn eine Lügengeschichte – erscheint am Montagmorgen. Und der Reporter besitzt danach die Dreistigkeit, Martin für ein Interview aufzusuchen. Wegen dessen extrem ablehnender Haltung veröffentlicht der Reporter am nächsten Tag einen Artikel, in dem er Martin als AnarchistenAgitator und Nichtsnutz darstellt. Beide Artikel haben sofort eine fatale Wirkung: Ruth löst in schriftlicher Form die Verlobung auf! Einige Wochen später treffen sich Martin und Ruth auf der Straße. Das kurze Gespräch beendet Ruth mit den Worten: Du hast mich sehr unglücklich gemacht und ich will dich nie wiedersehen.[41]

Während Martin völlig zurückgezogen an dem Text zu Überfällig arbeitet, erhält er mit der Post die Nachricht von der Zeitschrift Parthenon, die Redaktion werde Brissendens Gedicht Ephemera gegen ein hohes Honorar abdrucken. Als Martin seinem Freund die gute Nachricht überbringen will, erfährt er erst jetzt, dass Brissenden sich vor einigen Tagen das Leben genommen hat.[42]

Nachdem die Arbeit zu Überfällig abgeschlossen ist und ein paar Honorare für Veröffentlichungen eingetroffen sind, verschickt Martin in einer einmaligen Aktion etliche Manuskripte an diverse Redaktionen. Dann macht Martin eine lange Erholungspause.[43]

Martin ist völlig überrascht von der Tatsache, dass nach dem Ende der Sommerferien plötzlich seine Texte für gute Honorare gekauft werden: Seine hawaiianische Kurzgeschichte Wiki-Wiki nimmt Warren’s Monthly, die Northern Review will den Essay Wiege der Schönheit veröffentlichen und das Gedicht Die Handleserin soll in Mackintosh’s Magazin erscheinen. Dem Autor fehlt es allerdings an einer Erklärung für diesen Wandel nach seiner entbehrungsreichen Wartezeit von zwei Jahren.[44]

Auch sein erstes Buch erscheint: Der Verlag Singletree, Darnley & Co. hat – in einer vorsichtigen Kalkulation – mit einer Auflage von fünfzehnhundert Exemplaren den Titel Schande der Sonne drucken lassen.[45] Mit diesem Buch beginnt endlich der Erfolg von Martin Eden, denn in kurzer Zeit kann der Verlag vierzigtausend Exemplare verkaufen und einen Auftrag über weitere zwanzigtausend Exemplare erteilen. Der Verlag schreibt an seinen Autor: Es ist ein wunderbares Ereignis. Ein kritischer philosophischer Essay, der sich wie ein Roman verkauft. Sie hätten kein besseres Thema wählen können … Und der Verlag übersendet einen Vertrag, der mit einer freien Titelwahl und mit einem hohen Vorschuss verbunden ist. Martin Eden setzt den Titel Der Rauch der Freude ein und unterschreibt seinen ersten Vertrag mit einem Verlag.[46]

Seine Popularität wird noch verstärkt durch das Erscheinen des Buches Überfällig bei der Meredith-Lowell Company. Die Seegeschichte steht innerhalb kurzer Zeit ebenfalls an der Spitze der Bestsellerliste. Nun erlebt Martin Eden zugleich den Ruhm eines erfolgreichen Schriftstellers sowie ein freies Verfügen über hohe Honorareinnahmen. Der Autor kann jetzt die Bedingungen setzen, beispielsweise für den Abdruck von insgesamt neun Essays in zwei Magazinen. Doch er weigert sich beharrlich, neue Texte zu schreiben.[47]

Denn grundsätzlich verschickt Martin nur jene Manuskripte, die längst geschrieben waren. Für diesen Fundus entwickelt er den Begriff Geleistete Arbeit. In der vergangenen Zeit hatte der Autor konzentriert gearbeitet, schlafraubend und bis zur Erschöpfung. Von dieser Arbeit profitiert er jetzt, hinsichtlich des Ruhmes und des Geldes.[48]

Martin Eden wird zu gesellschaftlichen Treffen sozial prominenter Bürger als Ehrengast eingeladen, kann jedoch die Erkenntnis nicht überwinden, dass es ein und dieselben Menschen sind, die ihm vor seinem öffentlich anerkannten Erfolg als Schriftsteller aufgrund seiner unbedeutenden Herkunft und gesellschaftlichen Position ausgewichen sind. 

Zitat:

CHAPTER XLIV. 

Mr. Morse met Martin in the office of the Hotel Metropole. Whether he had happened there just casually, intent on other affairs, or whether he had come there for the direct purpose of inviting him to dinner, Martin never could quite make up his mind, though he inclined toward the second hypothesis. At any rate, invited to dinner he was by Mr. Morse—Ruth’s father, who had forbidden him the house and broken off the engagement. Martin was not angry. He was not even on his dignity. He tolerated Mr. Morse, wondering the while how it felt to eat such humble pie. He did not decline the invitation. Instead, he put it off with vagueness and indefiniteness and inquired after the family, particularly after Mrs. Morse and Ruth. He spoke her name without hesitancy, naturally, though secretly surprised that he had had no inward quiver, no old, familiar increase of pulse and warm surge of blood. He had many invitations to dinner, some of which he accepted. Persons got themselves introduced to him in order to invite him to dinner. And he went on puzzling over the little thing that was becoming a great thing. Bernard Higginbotham invited him to dinner. He puzzled the harder. He remembered the days of his desperate starvation when no one invited him to dinner. That was the time he needed dinners, and went weak and faint for lack of them and lost weight from sheer famine. That was the paradox of it. When he wanted dinners, no one gave them to him, and now that he could buy a hundred thousand dinners and was losing his appetite, dinners were thrust upon him right and left. But why? There was no justice in it, no merit on his part. He was no different. All the work he had done was even at that time work performed. Mr. and Mrs. Morse had condemned him for an idler and a shirk and through Ruth had urged that he take a clerk’s position in an office. Furthermore, they had been aware of his work performed. Manuscript after manuscript of his had been turned over to them by Ruth. They had read them. It was the very same work that had put his name in all the papers, and, it was his name being in all the papers that led them to invite him. One thing was certain: the Morses had not cared to have him for himself or for his work. Therefore they could not want him now for himself or for his work, but for the fame that was his, because he was somebody amongst men, and—why not?—because he had a hundred thousand dollars or so. That was the way bourgeois society valued a man, and who was he to expect it otherwise? But he was proud. He disdained such valuation. He desired to be valued for himself, or for his work, which, after all, was an expression of himself. That was the way Lizzie valued him. The work, with her, did not even count. She valued him, himself. That was the way Jimmy, the plumber, and all the old gang valued him. That had been proved often enough in the days when he ran with them; it had been proved that Sunday at Shell Mound Park. [...]


Zitat:

The women would never destroy him, that much was certain. He had gone past that stage. Once, walking with Lizzie toward night school, she caught a glance directed toward him by a well-gowned, handsome woman of the bourgeoisie. The glance was a trifle too long, a shade too considerative. Lizzie knew it for what it was, and her body tensed angrily. Martin noticed, noticed the cause of it, told her how used he was becoming to it and that he did not care anyway. “You ought to care,” she answered with blazing eyes. “You’re sick. That’s what’s the matter.” “Never healthier in my life. I weigh five pounds more than I ever did.” “It ain’t your body. It’s your head. Something’s wrong with your think-machine. Even I can see that, an’ I ain’t nobody.” He walked on beside her, reflecting. “I’d give anything to see you get over it,” she broke out impulsively. “You ought to care when women look at you that way, a man like you. It’s not natural. It’s all right enough for sissy-boys. But you ain’t made that way. So help me, I’d be willing an’ glad if the right woman came along an’ made you care.” When he left Lizzie at night school, he returned to the Metropole. Once in his rooms, he dropped into a Morris chair and sat staring straight before him. He did not doze. Nor did he think. His mind was a blank, save for the intervals when unsummoned memory pictures took form and color and radiance just under his eyelids. 

Im Rückblick auf seine Zeit als aktiver Schriftsteller, der unter wirklich erbärmlichen Lebensbedingungen gearbeitet hat, ist Martin Eden erstaunt über die gegenwärtige gesellschaftliche Anerkennung: Er empfindet sich als eine identische Person.[49]

Diese Empfindung spürt Martin auch bei Ruths abendlichem Besuch in seinem Hotel. Als Ruth sagt, ihre Mutter werde keine Einwände gegen eine Heirat erheben, antwortet Martin: Ich habe mich nicht verändert. Ich habe immer noch keinen Job, und ich werde auch künftig keinen Job suchen. Und ich glaube immer noch, dass Herbert Spencer ein großer und edler Mensch und Richter Blount ein absoluter Esel ist.[50] 

Zitat:

Oh,” he said again. He had never been so tongue-tied in his life. Positively he did not have an idea in his head. He felt stupid and awkward, but for the life of him he could think of nothing to say. It would have been easier had the intrusion been the Shelly Hot Springs laundry. He could have rolled up his sleeves and gone to work. “And then you came in,” he said finally. She nodded, with a slightly arch expression, and loosened the scarf at her throat. “I saw you first from across the street when you were with that girl.” “Oh, yes,” he said simply. “I took her down to night school.” “Well, aren’t you glad to see me?” she said at the end of another silence. “Yes, yes.” He spoke hastily. “But wasn’t it rash of you to come here?” “I slipped in. Nobody knows I am here. I wanted to see you. I came to tell you I have been very foolish. I came because I could no longer stay away, because my heart compelled me to come, because—because I wanted to come.” She came forward, out of her chair and over to him. She rested her hand on his shoulder a moment, breathing quickly, and then slipped into his arms. And in his large, easy way, desir

ous of not inflicting hurt, knowing that to repulse this proffer of herself was to inflict the most grievous hurt a woman could receive, he folded his arms around her and held her close. But there was no warmth in the embrace, no caress in the contact. She had come into his arms, and he held her, that was all. [...]

Martins Liebe zu Ruth ist erloschen –, und gegen Ende des Gesprächs sagt er: Es ist zu spät. Ich bin ein kranker Mann – nein, nicht mein Körper. Es ist meine Seele, mein Hirn. Ich scheine alle Werte verloren zu haben. Mir ist alles egal.[51]

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