15 August 2011

Stationen der Bibliotheksgeschichte nach Jochum

Auf die Bibliotheken der Priesterkaste der Pharaos mit sakraler und Verwaltungsfunktion folgten in Griechenland Privatbibliotheken, die wichtigste die des Aristoteles, die dann nach Rom gelangte. Dort gab es eine öffentliche Bibliothek eines Privatmannes, die von Pollio.
Dann folgten die imperialen Bibliotheken von Caesar, Augustus, Trajan, bis Hadrian dann den Griechen wieder eine Bibliothek schenkte, in Athen.
"Der Kreis hat sich damit geschlossen." (S.46) Von den Herrscherbibliotheken der Ägypter zu den privaten der Griechen zu der Herrscherbibliothek für die Griechen.
In christlicher Zeit löste der Kodex aus Pergament die Papyrosrollen ab. (S.52) Nach und nach wurden dann auch die heidnischen Texte (Aristoteles etc.) auf Pergament umgeschrieben.
Bildungsträger wurde jetzt die Kirche anstelle des Staates.

Die kirchliche Reformbewegung führte im Mittelalter zu einem Rückgang der klösterlichen Bildung, "als 1130 der Papst im Zuge der Trennung von weltlichem und geistlichem Bereich das Studium der Medizin und der leges für Mönche und Regularkanoniker verbot." (S.72) "Die Klöster wurden sozial [...] isoliert" (S.72) und die Bibliotheken und Schulen wanderten um in "Domschulen und -bibliotheken". Darauf folgten die Universitäten. (vgl. etwa die Wiederentdeckung des römischen Rechts)
(Uwe Jochum: Kleine Bibliotheksgeschichte, Stuttgart 2007)

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