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09 Mai 2025

Adolf Muschg: Geschichtenweihnacht

 Adolf Muschg: Geschichtenweihnacht

Die folgenden Zitate sollen Werbung für die Erzählung und den Autor machen. Wenn etwas nicht zu lesen ist, hilft das meinem Plan.

Zitate:

"Lieber Gott, lass mich jetzt hier nicht feierlich werden. Amen."  (S.339)   

"J. rief Judas, wo ist das Reich Gottes? [...] "Ich weiß, wo es ist, sagte Petrus [...] J., du mußt doch Papst werden. - Bitte nicht, sagte Petrus, schon mein Nachfolger würde nicht mehr wissen, wo es zu finden ist. (S.342)











19 Mai 2024

Heliand: Das künftige Leiden


                               Da hieß er seine guten   Jünger ihm näher-
Treten, die zwölfe,   die ihm die treusten waren
Der Männer auf Erden.   Ihnen sagte der Mächtige
Nun abermals,   welche Angst und Not
Ihm zukünftig wäre.   »Kein Zweifel ist daran.
Jetzt nach Jerusalem   zu der Juden Volk
Geleitet ihr mich.   Da wird alles geleistet,
Dem Volk erfüllt,   was in der Vorzeit einst
Weise Männer von mir   meldeten und wiesen.
Da sollen mich verkaufen   unter die Schächer
Die Helden an die Herrschaft;   da werden mir die Hände gebunden,
Die Arme gefesselt.   Viel erdulden muß ich,
Des Hohnes hören   und der Harmrede,
Schimpfen und Schelten,   viel schmähliche Lästerung.
Sie martern mich entsetzlich   mit der Waffen Schärfe,
Lösen mich vom Leben.   Doch werd ich zu diesem Licht
Durch Gottes Kraft   vom Grab erstehen
Am dritten Tage.   Nicht deshalb kam ich diesem Volk,
Daß die Söhne der Zeit   Schweres um mich litten,
Mir dienten diese Leute;   nicht das will ich begehren,
Von dem Volk erflehen:   ihnen zum Frommen will ich werden,
Ihnen demütig dienen,   für diese Degen all
Meine Seele geben.   Sie selber will ich nun
Mit meinem Leben erlösen,   die hier lange harrten,
Die Menge der Menschen,   meiner Hilfe.
(Heliand: Das künftige Leiden)

13 Oktober 2019

Josephus

Flavius Josephus * 37 oder 38 in Jerusalem als Joseph ben Mathitjahu ha Kohen, Sohn des Matthias“[1]; † nach 100 vermutlich in Rom) war ein römisch-jüdischer Geschichtsschreiber. Er verfasste seine Werke in griechischer Sprache, zum Teil aber zunächst in seiner aramäischen Muttersprache.
Josephus ist neben Philon von Alexandria der wichtigste Autor des hellenistischen Judentums. Er schloss sich, obwohl seiner Herkunft nach den Sadduzäern nahestehend, früh den Pharisäern an. (Josephus)

Texte: Jüdischer KriegJüdische Altertümer Die Links zu den weiteren Werken des Josephus in Wikisource findet man über den Wikipedia-Artikel: Josephus.  

Mir ist interessant, dass er in der Vorrede zu den Jüdischen Altertümern sich dagegen verwahrt, die Bücher Mose, an denen er seine Geschichtsschreibung der jüdischen Geschichte von der Einrichtung der Welt an orientiere, könne irgendwelche "Fabelei" enthalten, denn "unser Gesetzgeber [habe] die Natur Gottes geziemend aufgefasst und ihm nur solche Taten beigelegt [...], die seiner Macht würdig sind". (1. Buch Vorwort, S.16)

Außerdem fiel mir auf, dass Josephus, obwohl ihm die historischen Bücher der Bibel in der griechischen Fassung vorliegen und er selbst griechisch schreibt, eine ganze Reihe von Namen in einer anderen Lautform wiedergibt, als sie in unseren Bibelübersetzungen üblich ist. So ist es interessant von Jesus, dem "Feldherrn der Hebräer" (S.251/52), zu lesen (identisch mit dem biblischen Josua). Auch hatte ich nicht gewusst, dass Jesephus acht verschiedene Judasse erwähnt, von denen der späteste, Judas, der Galiläer, zur Zeit des Landpflegers Gessius Florus einen Aufstand organisiert habe (18. Buch 1,1 und 1,6).


Im 2. Kapitel des 12. Buches seiner Jüdischen Altertümer berichtet er, dass Ptolomäus Philadelphus die Gesetze der Juden in die alexandrinische Bibliothek habe aufnehmen wollen und im Gegenzug über 100 000 jüdische Sklaven freigekauft habe.
Diese Darstellung deckt sich weitgehend mit dem Aristeasbrief.
Die moderne Darstellung von Heinrich Graetz habe ich im vorigen Kapitel wiedergegeben. Der heutige Stand der Wissenschaft findet sich in der Wikipedia (Septuaginta). Graetz berichtet das Ganze aber weit anschaulicher, auch wenn er nicht so weit geht wie Josephus, der die Vorgänge durch (angebliche) Dokumente und wörtliche Reden ausschmückt.

Natürlich ist auch die Stelle interessant, wo Josephus (in Buch 18 im 3. Kapitel, 3, S.515) im Zusammenhang mit einem jüdischen Aufstand gegen Pontius Pilatus noch einen Jesus erwähnt. (Die Nennung der Bezeichnung Christus gilt als nachträglich eingefügt:  dazu: Testimonium Flavianum) Gleich im Anschluss daran erzählt er freilich eine Skandalgeschichte (S.516, schon er wusste: "Sex sells"), dann eine über eine Vertreibung von Juden aus Rom, auf die sich auch bei Tacitus und Sueton Hinweise finden.

sieh auch:
Josephus in "Gegen das Verbessen")
Zur Geschichte des jüdischen Krieges
Dort kommen sogar 7 Jesusse vor, freilich keiner aus Nazareth.
Berichtet wird u.a. von der Einnahme Jerusalems und dem großen Brand sowie von der Schleifung, aber auch von Judenverfolgungen außerhalb Israels.  
(Artikel ergänzt 22.3.25)