13 April 2008

Anna Seghers - keine Autorin des sozialistischen Realismus

Anna Seghers kennt man als Autorin von „Das siebte Kreuz“ und in der Tat hat sie nichts Vergleichbares besser geschrieben. Aber Thomas Mann hat sich auf dem Feld der Buddenbrooks auch nicht übertroffen. Dennoch wäre es fragwürdig, wenn er nur auf diesem Felde weitergearbeitet hätte. "Der Zauberberg" und "Joseph und seine Brüder" wären nie entstanden.

Was für neue Bereiche Anna Seghers sich erschlossen hat, zeigte eine Lesung von Monika Melchert in der alten Synagoge in Bensheim-Auerbach, in der sie ihre Blütenlese aus Seghers unter dem Titel „Mit Kafka im Café“ vorstellte. Die Erzählung "Reisebegegnung", auf die sich dieser Titel bezieht, zeigt Seghers in einem neuen Licht, das über ihren halb autobiographischen Text „Der Ausflug der toten Mädchen“, über „Das wirkliche Blau“, die Romane „Die Gefährten“ und „Transit“ hinausweist.
Es lohnt sich, mal wieder Seghers zu lesen.

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