23 Juli 2013

Klassikerjahr 1867, Urheberrecht und OER

Als Klassikerjahr bezeichnet man 1867, weil am 9.11.1867 die Urheber- und Verlagsrechte der vor dem 9. 11. 1837 verstorbenen Autoren in den meisten deutschsprachigen Ländern ausliefen.
Dabei war ein allgemeines Urheberrecht im Deutschen Bund erst 1837 beschlossen worden und galt zunächst nur bis 10 Jahre nach Erscheinen des Werkes, 1848 wurde es auf 30 Jahre nach dem Tod des Verfassers ausgedehnt. (Die heutige Regelung in Deutschland - 70 Jahre nach dem Tod des Verfassers - ist verhältnismäßig neu.)

Meine Informationen beziehe ich aus der Verlagsgeschichte des Reclam-Verlages von 1992 und verschiedenen Wikipediaartikeln, besonders dem zur Geschichte des Urheberrechts.
Er wird baldmöglichst fortgesetzt. Bis dahin kann man sich mit der Wikipedia behelfen.

Was dort fehlt, ist der Hinweis darauf, dass der 9.11. schon vor der Revolution von 1918, dem Hitlerputsch,  der Reichpogromnacht 1938 und der Öffnung der Mauer 1989 ... ein deutscher Schicksalstag war, außerdem die Bezeichnung Klassikerjahr und der ausdrückliche Bezug auf den Norddeutschen Bund, der am 16.4.1867 begründet wurde, seinerseits freilich erst 1870 ein Urheberrechtsgesetz beschloss. Aber ohne ihn wäre es dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler gewiss nicht gelungen, ein einheitliches Auslaufen der Urheberrechte der Klassiker zu organisieren.
Bisher ist mir noch ein Rätsel, warum man auf den Stichtag 9.11.1837 kam, denn kein Klassiker ist zu diesem Zeitpunkt oder kurz davor gestorben. Georg Büchner, der vom Rang her gewiss, vom Selbstverständnis und aus der Sicht seiner Zeitgenossen aber gewiss kein Klassiker war, starb schon am 19.2.1837.

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