13 September 2007

Tintentod

Im Unterschied zu Rowlings Harry-Potter-Welt, in der reale und Zauberwelt nebeneinander existieren, sind es bei Cornelia Funke wie bei Michael Endes Unendlicher Geschichte reale Welt und Buchwelt. Der Autor aus der realen Welt hat Macht über die Buchwelt, kann allerdings in sie hineingezogen werden.
In einer Leseprobe zu dem Ende September erscheinenden dritten Band ihrer Tintenwelttrilogie lässt Funke Meggies Eltern über der Frage, ob sie in die reale Welt zurückkehren sollen, in Konflikt geraten.
»Was ist mit deinem zweiten Kind?«, fuhr Resa fort. »Willst du, dass es in diese Welt geboren wird?«
Mo blickte sich um, und Meggie spürte erneut, was sie schon lange wusste: dass ihr Vater diese Welt inzwischen ebenso sehr liebte, wie sie und Resa es einst getan hatten. Vielleicht liebte er sie sogar noch mehr.
»Warum nicht?«, fragte er zurück. »Willst du, dass es in eine Welt geboren wird, in der es das, wonach es sich sehnt, nur in Büchern findet?«
Resas Stimme bebte, als sie antwortete, doch nun war es Zorn, der herausklang. »Wie kannst du so etwas sagen? Alles, was du hier findest, wurde in unserer Welt geboren. Wo sonst soll Fenoglio es herhaben?«
»Was weiß ich? Glaubst du tatsächlich immer noch, dass es nur eine wirkliche Welt gibt und die anderen nichts als blasse Ableger sind?«

Keine Kommentare: