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https://www.sandammeer.at/rezensionen/doderer-daemonen.htm
Man ahnt nur von ferne, was man sich antut, wenn man Doderers „Die Dämonen“ zu lesen beginnt; man muss bis S. 1345 durchhalten. Die ruhige Art des Erzählens macht die Lektüre einfach, aber auch zugleich auch schwer: Es passiert fast nichts, es treffen sich Leute, sie reden miteinander und übereinander, sie trinken gerne einen, gehen spazieren, bummeln in der Stadt, sitzen im Café oder in der Oper, fahren im Winter Ski, betrachten die Landschaft, fahren gelegentlich ein Stück weit, einzelne ziehen, Liebespaare streiten sich – obere Mittelschicht, würde ich sagen. |
Ich habe nur den ersten Teil (bis S. 467) geschafft, dann habe ich das Handtuch geworfen: Es passiert zu wenig. Im ersten Teil gibt es nur einen Höhepunkt, das |
ist die Schilderung der Zustände bei den Zeitungen der Allianz (S. 329 ff.). Dann wird noch angedeutet, dass die unmittelbare Nachkriegszeit zu Ende ist (S. 249 f.), dass das alte Österreich versunken ist (S. 348 f.), dass der Ich-Erzähler von seiner Vergangenheit Abschied nimmt (S. 455 f.). Er heißt übrigens Georg (s. 242) und schreibt nach meiner Berechnung 1954, nach Wikipedia 1955; ich habe aber die Seite nicht notiert, wo er von den 28 Jahren spricht, die seither vergangen sind. Im Zusammenhang mit den Hexenprozessen spricht René davon , dass das Wissen von der Imaginationskraft verloren gegangen ist, „womit dämonisch Begnadete Himmel oder Hölle bevölkern, die sonst leer wären, und doch nicht aufhörten zu existieren“ (S. 447) – das ist als Zitat gekennzeichnet, aber ich habe keine Quelle dafür finden können. |
Tja, und das war mir für rund 460 Seiten zu wenig. „Die Dämonen“ gilt als opus magnum des Heimito von Doderer; es ist mir zu magnös. Bei Wikipedia hat sich auch noch keiner gefunden, das das Buch wirklich aufarbeitete. |
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