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21 Dezember 2012

Zach: Die Kälte der Macht II

Zachs Held Gundelach schreibt für Oskar Specht (Lothar Späth) das Buch, das diesen als Wirtschaftsvordenker erweisen soll. Dafür wird er von der laufenden Arbeit weitgehend freigestellt, merkt aber, dass er dabei wichtige Entwicklungen in der Staatskanzlei "verschläft".

Zur Belohnung für seine harte Arbeit lässt er sich eine Reise als Delegationschef in die chinesische Provinz organisieren. Jetzt ist er nicht Tross, sondern führt die offiziellen Gespräche. "Alles wie im richtigen Politikerleben." (S.335)
Bei Xi’an beim Anblick der Terrakottaarmee kommt ihm der Gedanke, "da wußte er, was ihm beim nächtlichen Anblick der Pyramiden und in der konturlosen weißen Weite der kanadischen Wildnis nur wie eine blasse Ahnung überkommen war: daß nichts, was auf Zeit und Leben setzt, Bestand hat, daß Geschichte mit dem Tod beginnt und nicht mit den Werken Lebender. Und daß von seinen wie von Oskar Spechts Bemühungen nichts übrig bleiben würde, weil sie beide werkgläubig waren und sonst nichts." (S.337)

07 Dezember 2012

Manfred Zach: Monrepos oder Die Kälte der Macht

Als eine Kreuzung von "Yes Minister" und "Finks Krieg" (1996) könnte man Manfred Zachs "Monrepos oder Die Kälte der Macht", eine Schilderung der Vorgänge in der Baden-Württembergischen Staatskanzlei unter Filbinger und Späth bezeichnen (ebenfalls 1996 erschienen). In der Tat, etwas Satirehaftes haben ganze Passagen des Buches und  etwas von der Tragik, die den aufrechten Beamten Fink umweht, spielt auch in das Werk. Dennoch hat es seinen ganz eigenen Charakter: die Schilderung politischer Dynamik aus der Sicht eines Menschen, der froh ist, daraus ausgeschieden zu sein.
Man fühlt sich beklemmend nah, nicht nur an der Mechanik der Macht, sondern auch an dem Zwang, den sie auf die Psyche ausübt von Menschen, die sie für ihre Arbeit brauchen.

Mehr dazu in einem Interview mit Manfred Zach (Link überholt) von 2006.
Das Vorbild für Monrepos

 Fortsetzung des Artikels