Heute wird jiddische Literatur meist nur noch in Übersetzung rezipiert. Daher droht die Kenntnis dieser Literatur - meiner Einschätzung nach - in Vergessenheit zu geraten. Deshalb hier ein paar kurze Hinweise, zunächst nur aus der Wikipedia.
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Jiddische Literatur ist die mit hebräischen Schriftzeichen niedergeschriebene Literatur der jiddischen Sprache.* [...] Das Jiddische war die Alltagssprache der aschkenasischen Juden in Mitteleuropa. Hebräisch war dagegen die „heilige Sprache“ der Tora, des Talmuds und anderer religiöser Schriften, rabbinischer Auslegungen und offizieller Urkunden. So hatte die altjiddische Literatur immer einen volkstümlichen Charakter, sie bestand oft aus Epen, die ihre Stoffeaus Bibel, Talmud und Midrasch, aber auch aus weltlichen mittelhochdeutschen und altfranzösischen Vorlagen schöpften.
Der bisher älteste bekannte altjiddische Vers findet sich in einer Handschrift des
Wormser Mahzôr aus dem Jahre
1272. Mit der Erfindung des
Buchdrucks nahm die Verbreitung der Werke der altjiddischen Literatur zu. [...]
Im westlichen Sprachraum kam es aufgrund der Assimilierung des Westjiddischen an das Hochdeutsche nicht zu einer vergleichbaren Ausbildung einer sprachlich eigenständigen Literatur., doch finden sich Ausprägungen im Bereich der Mundartdichtung wie in den pfälzisch-jiddischen Werken von
Christian Heinrich Gilardone.
* "Heute wird Jiddisch als Muttersprache noch von betagten Juden aus Osteuropa, von einer kleinen, aber regen Anzahl sogenannter Jiddischisten und ganz besonders von ultraorthodoxen aschkenasischen Juden gesprochen. Ihre Zahl wird auf über eine Million weltweit geschätzt." (Wikipedia zu
Jiddisch)
Mich persönlich interessiert u.a.:
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Dukus Horant heißt ein um 1300 entstandenes jüdisch-deutsches Strophenepos, dessen Stoff enge Berührungen mit der mittelhochdeutschen Kudrun aufweist. Stilistisch und motivlich steht das Epos der Spielmannsepik und der späten Heldenepik nahe.
Erzählt wird die Brautwerbung um die griechische Prinzessin
Hilde, Tochter des wilden
Hagen. Der für seine Sangeskunst hochberühmte Dänenherzog
Horand unternimmt die Werbungsfahrt im Auftrag des Königs Etene. In Hagens Hauptstadt gelingt es Horand mithilfe seines Gesanges, Kontakt zu Hilde aufzunehmen und sie von dem Antrag Etenes zu überzeugen. Mit der Einwilligung Hildes und ihrer Entführung während eines Hoffestes bricht der Text ab. Aus dem Hilde-Teil der
Kudrun lässt sich der Fortgang der Erzählung erschließen: Die Entführung dürfte die Verfolgung durch den Vater nach sich gezogen haben.
Die Abweichungen vom mhd. Epos Kudrun sind bemerkenswert, nicht zuletzt die Elemente, die aus einem Lied von König Rother stammen dürften. (So "das durch die Riesen [ Uuitåult (Witolt) und Aśpriåun (Aspe)] demonstrierte Gewaltpotenzial" (Wikipedia) , aber auch die Verlagerung des Landes aus dem entführt wird aus dem norddeutschen Raum in den geheimnisumwitterten Süden.)
Eś uuåś in tutschån richån aiin kunik uuit | arkånt.
aiin dégån alsa kuna. Aitåna uuåś ér gånånt.
ér uuåś milda aunå schåuna.
ér truk dér airån kråuna:
41.2
{5} aima dintån gåuualdåklichån ala tutscha lånt.
Lånpårtån aunå Phulån śtunt gån an sinår hånt.
Ziziliåun aunå Tuśkån
muśtån aima uuésån aundår tån:
41.3
zu Dinåmårktån truk ér di kråuna aunå śtunt går an sinår hånt.
{10} auch muśtån aima dinån schåuna ala | Śpångån lånt.
dér kunik våun Aungårn uuåś aima aundår tån.
aunå muśta auch di kråuna våun aima hån:
41.4
di hirån våuma lånda uuårån aima ala a[un]dår tån.
aima dintån auś aiima {15} uåulda dri risån uråiischån.
dér aiina uuåś sich Uuitåult gånånt.
dér uuåś aiin kunår uuigånt:
41.5
dér truk aiin ståħålina śtånga di uuåś zuåulf klåuftårn lånk.
da mita ér démå richån kunåga Aitåna ala tutscha richa båtuuånk
{20} ér [håt]a aiinån brudår dér hiś Aśpriåun.
dér håta uund[år]ś gåtån: