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31 Juli 2011

Was aus früheren Generationen überlebt hat

Im Weiler haben sich bei manchen älteren Leuten noch Lebensumstände aus früheren Generationen erhalten. Dass Sally das größte Cottage und den schönsten Garten des Weilers hat, verdankt sie dem Erbe, das aus der Zeit, als die Allmende noch genutzt werden konnte, auf sie überkommen ist.
Queenie – aus der nächsten Generation - klöppelt immer noch Spitzen. Damals war es für die Frauen noch möglich, durch Heimarbeit einen kleinen Zuverdienst zu bekommen. Die Mädchen und die Frauen, deren Kinder schon aus dem Haus waren, versammelten sich in einem Cottage und klöppelten bei gemeinsamer Unterhaltung.
Einmal im Jahr wurden die Spitzen dem Aufkäufer angeboten. Jetzt sind die maschinell hergestellten Muster beliebter, da billiger.
Wie Sally, betreibt auch Queenie die Bienenzucht. Auch die brachte einen begehrten Nebenverdienst. Dazu gab es die Sprüche: „Ein Schwarm im Mai ist einen Heuhaufen wert. Ein Schwarm im Juni ist einen Silberlöffel wert. Im Juli – nach dem Schleudern – ist er nicht einmal eine Fliege wert. Denn dann kommt die Zeit, wo man ihn über den Winter bringen und Zuckerwasser zufüttern muss.
Flora Thompson: Lark Rise, 5. Kapitel

20 Juni 2011

An der alten Straße

Die weißen Schwänzchen der Kaninchen schauten ab und zu aus den Hecken hervor, Kröten liefen kurz vor den Füßen der Kinder über die Straße - schnelle, lautlose, heimliche Geschöpfe, die die Kinder schaudern machten; in den Eichen waren Eichhörnchen, und einmal sahen sie sogar einen Fuchs, der sich im Straßengraben unter dichtem überhängenden Efeu zum Schlafen zusammengerollt hatte. Gruppen von kleinen blauen Schmetterlingen huschten hier und da oder schwebten mit zitternden Flügeln an den langen Grashängen; Bienen summten in den weißen Kleeblüten, und über allem lag eine tiefe Stille. Es schien, als wäre die Straße in Vorzeiten gebaut und dann vergessen worden.
Flora Thompson: Lark Rise

17 Juni 2011

Flora Thompson: Kinder und Milch

Milch war ein seltener Luxus, da sie vom anderthalb Meilen entfernten Gut geholt werden musste. Sie kostete nicht viel. Ein Penny pro Krug oder Kanne, unabhängig von der Größe. Es war natürlich Magermilch, aber die Sahne war nur von Hand abgeschöpft, so dass noch ein kleiner Anteil davon in der Milch enthalten war. Ein paar Familien holten täglich Milch, aber viele kümmerten sich nicht darum. Die Frauen sagten, sie zögen klaren Tee vor, und dass Kinder Milch brauchten, schien niemandem in den Sinn zu kommen. Manche bekamen nie welche von der Zeit, wo sie abgestillt wurden, bis sie das Haus verließen. Aber sie waren kräftig gebaut, rotbäckig und voll von Leben und Schabernack.