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17 Januar 2022

Hölderlin: Hyperion (2)

 Während ich mit einem anderen handlungsarmen Roman, Stifters Nachsommer, Freundschaft geschlossen habe, gerade, weil dort so wenig geschieht, Konflikte fehlen, habe ich zu Hyperion (Wikipediaartikel) weiterhin noch keinen rechten Zugang gefunden.  Vor vier Jahren habe ich einen relativ erfolgreichen Versuch gestartet. Es blieb beim Versuch.

Hölderlins Ode Heidelberg habe ich seit 12 Jahren in den Kreis meiner auswendig gelernten Gedichte aufgenommen und es lange besonders gepflegt. 

Hier einige Zitate:

"Das macht uns arm bei allem Reichtum, daß wir nicht allein seyn können, dass die Liebe in uns, so lange wir leben, nicht erstirbt." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin IV, S. 25
"Der Mensch ist aber ein Gott, so bald er Mensch ist. Und ist er ein Gott, so ist er schön." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 141
"Religion ist Liebe der Schönheit." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 142
"Der Zwang des Gesezes und des Schiksaals betastet es nicht; im Kind’ ist Freiheit allein." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin III, S. 13
"Wer auf sein Elend tritt, steht höher. Und das ist herrlich, dass wir erst im Leiden recht der Seele Freiheit fühlen." - Erstes Buch, Hyperion an Diotima LI, S. 50
"Wie der Zwist der Liebenden, sind die Dissonanzen der Welt. Versöhnung ist mitten im Streit und alles Getrennte findet sich wieder." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin LX, S. 124
"Wir sterben, um zu leben." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin LVIII, S. 103

Und da ich dabei bin, auch einige weitere von außerhalb des Hyperion:

"Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, // Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern', // Und verstehe die Freiheit, // Aufzubrechen, wohin er will." - Lebenslauf, 1800, 4. Strophe. In: Gedichte, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen 1826, S. 75, DTA
"Denn, ihr Deutschen, auch ihr seid // Tatenarm und gedankenvoll." - An die Deutschen, in: Friedrich Hölderlin, Sämtliche Werke. 6 Bände, Band 1, Stuttgart 1946, S. 253-254, zeno.org
"Die Mauern stehn // Sprachlos und kalt, im Winde // Klirren die Fahnen." - Hälfte des Lebens, Verse 12-14, zitiert nach: Taschenbuch für das Jahr 1805. Der Liebe und Freundschaft gewidmet, 1. Auflage, Verlag Friedrich Wilmans, Frankfurt am Mayn 1805, S. 85
"Komm! ins Offene, Freund!" - Der Gang aufs Land, An Landauer, Anfang, in: Sämtliche Werke und Briefe, Band 1: Gedichte, Deutscher Klassiker Verlag, 1992, ISBN 3-618-60810-1, S.  276f., gutenberg.spiegel.de
"Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! // Und einen Herbst zu reifem Gesange mir, // Daß williger mein Herz, vom süssen // Spiele gesättiget, dann mir sterbe." - An die Parzen, 1. Strophe, zitiert nach: Taschenbuch für Frauenzimmer von Bildung, Joh. Frid. Steinkopf, Stuttgart 1799, S. 166
"Was bleibet aber, stiften die Dichter." - Andenken, 1803, letzter Vers, in: Friedrich Hölderlin, Exzentrische Bahnen, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, S. 51f., gutenberg.spiegel.de
"Wir sind nichts; was wir suchen, ist alles." - Fragment von Hyperion, aus: Neue Thalia, Vierter Band, Hrsg. Friedrich Schiller, Georg Joachim Göschen, Leipzig 1793, S. 220
"Wo aber Gefahr ist, wächst // das Rettende auch." - Patmos, 1803, Vers 3f. in: Gedichte von Friedrich Hölderlin, Druck und Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig 1873, S. 133, Google Books

10 April 2016

In eigener Sache

Ich liebe ausführliche Buchbesprechungen, etwa von Buchpost (und die von ihr vorgestellten Blogs), wo man Buch und Reaktion des Lesers (meist der Leserin) zugleich kennen lernt. Deshalb verlinke ich auch gern bei Büchern, die ich hier vorstelle, auf Rezensionen.
Wenn ich Bücher bespreche, so meist weit kürzer. Sehr häufig aber liefere ich nur Zitate mit (oft ganz unzureichenden) verbindenden Texten. Warum?
Es ist für mich eine relativ arbeitssparende Methode mit copy&paste, und hilft mir auch ohne ausführliche Besprechung, mich an Bücher zu erinnern, und zwar auch an den Stil, in dem sie geschrieben sind. Nicht oft, aber auch nicht sehr selten, sind es auch bestimmte Stellen, die ich für mich im Wortlaut festhalten will.
Aber außerdem glaube ich daran, dass auch für Leser, die die Bücher noch nicht kennen, charakteristische Stellen wertvoll sein können. Schließlich dienen mir die Zitate, die ich hier vorstelle, bei der Abfassung von ZUM-Wiki-Artikeln über die Bücher.
Zum Beispiel:
 De Reis' nah Konstantinopel, Ut de Franzosentid, Ut mine Festungstid, Meine Vaterstadt Stavenhagen, Der Stechlin,  Schach von Wuthenow, Die Epigonen, Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken, Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande. Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, Die Ahnen, Titan (Jean Paul), Frau Jenny Treibel, Die Akten des Vogelsangs, Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit, Zwischen Himmel und Erde, Der Spieler,‎ Göttliche Komödie, Die Welt von Gestern‎, Viktorianische Erziehung, Erasmus von Rotterdam (Biographie)‎, Sternstunden der Menschheit, Der beschriebene Tännling, Brennendes Geheimnis, Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, Das Leiden eines Knaben, Gustav Adolfs Page, Jürg Jenatsch, Hesperus oder 45 Hundposttage, Der Mann ohne Eigenschaften,Der stumme Prophet, Die verlorene Handschrift, Campagne in Frankreich 1792, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Anne of Green Gables, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima, Moby Dick, Geschichte der Welt 1945 bis heute - Die globalisierte Welt, ‎Der Circle, Parisische Umrisse (Georg Forster), Die Verkleidungen des französischen Hofmeisters und seines deutschen Zöglings, Die toten Seelen, Geschichte des Agathon.

Allerdings habe ich mich nicht in allen diesen Artikeln an meine Regel gehalten. Die, bei denen mir das aufgefallen ist, habe ich aus der Liste herausgenommen, aber ich habe nicht alle Titel der Liste daraufhin überprüft.
Man sieht, mein Blog dient vor allem meinen eigenen Zwecken, doch veröffentliche ich, weil ich mir denke, dass manches auch anderen dienen könnte. 
Dass die Blogartikel bei weitem nicht so oft gelesen werden wie die ZUM-Wiki-Artikel versteht sich von selbst.