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02 August 2014

Neil Young

"Wie die Musik hat die Welt der Kunst ihre eigenen Regeln, die es zu brechen gilt." (S.53)
Neil Young in seiner Autobiographie "Waging Heavy Peace" (dt. Ein Hippie-Traum) über Bob Dylans Malexperimente.

Neils Mutter hat ihn bei seinen musikalischen Anfängen unterstützt, wo sie nur konnte. Sein Vater hat versucht, ihn einen richtigen Beruf ergreifen zu lassen. Niel über seine Eltern:
"Sie hat ihm nie verziehen, dass er uns verlassen hat. Ich schon. [...] Er hat immer getan, was in seinen Augen das Beste für mich war." (S.56-58)

David L. Ulin schreibt in der Los Angeles Times über das Buch
"surely one of the most idiosyncratic rock star autobiographies I've encountered, [...] A 500-page free-form series of digressions, it is by turns exhilarating and enervating, less a memoir than a self-portrait" (Hervorhebung von mir)
Mehr über das Buch in der Wikipedia, insbesondere in den Anmerkungen zur Rezeption des Werks.

Nun aber: Ahnung und Gegenwart, Dichter und ihre Gesellen und Neil Young.

Ständig unterwegs, ob wandernd, reitend oder on the road im Leichenwagen Mort.
Sehnsucht nach dem Nicht-mehr und dem Noch-nicht. 
Erzählung ohne Erzählstrang, irrlichternd von einem Ort, einem Thema zum anderen. 
Die enge Verbindung von Musik und Text (in Eichendorffs Romanen wird ständig gesungen).

So wenig Youngs Musikstil etwas mit Schubert oder Schumann zu tun hat, Gemeinsamkeiten zwischen dem Fragmentarischen der Romantik und Neil Youngs Stil gibt es viele.
"Regeln, die es zu brechen gilt"  -  Nicht, dass ich damit etwas Neues sagte. Nur Neil Young ist mir ganz neu.

Zur "Sehnsucht" Neil Youngs Song Pocahontas (Gesang und Text)

Aurora borealis
 The icy sky at night
 Paddles cut the water
 In a long and hurried flight
 From the white man to the fields of green
 And the homeland we've never seen. (Hervorhebung von mir)

Dazu sehr hilfreich Kermanis Erläuterungen in Das Buch der von Neil Young Getöteten, S.34-41

31 Juli 2014

Das Buch der von Neil Young Getöteten

Christoph Bartmann von der SZ findet in dem Buch, "was wir alle aus unserem musikalischen Leben kennen: unsere hilflose, aber fiebrige Begeisterung von einem Stück, das uns in Flammenschrift irgend etwas fürs Leben bedeuten will."

Ich sehe in Navid Kermanis Buch die Erklärung dafür, weshalb die Verbindung von Form und Gefühl uns mehr anspricht als Schilderung und Argument, auch wenn es für unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Formen und nicht fassbare Gefühle sind, die die Wünschelrute sind, die uns mitschwingen lässt. 

Und Navid Kermani kommt mir noch näher dadurch, wie er die Faszination von Neil Young erklärt. 

Ich bin sicher, dass ich mit Neil Youngs Grunge nichts anfangen werde, aber Kermani hat mir geholfen, eine Seite von mir besser zu verstehen. Das Zauberwort ist getroffen.

Das mag schon der Anfang gewesen sein: Das Baby, das mir anvertraut ist, schreit und lässt sich nicht beruhigen. Eine Erfahrung der Hilflosigkeit, die viele teilen und für die man die Zauberformel sucht.

Bei Kermani ist es Neil Young. Was war es doch bei Wilhelm Busch? 

Mehr zum Buch:
Perlentaucher
Suhrkamp