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14 Mai 2016

Roger Willemsen über Zukunft

"Nur Zeiten, die vieles zu wünschen übrig lassen, sind auch stark im Visionären. Diese Zeit ist es nicht, deshalb befindet sich die Zukunft auch eher im Stillstand. [...] Die Utopie hat keine Konjunktur, und wie alle Ressourcen wird auch die Zukunft knapp.. [...] Da aber die wahren Paradiese ohnehin jene sind, die wir verloren haben, stellen sich manche die Zukunft schon als Wiederkehr des Vergangenen vor oder schlicht als Erlösung.  So gesehen hat die Zukunft keine Zukunft, und Tagespolitik fungiert eher als Ablenkung von den Jahrhundertveränderungen. Näherte man sich ihr realistisch, mit der 'Zukunft' ließe sich kaum Wahlkampf führen." (Das Hohe Haus, S.263)

"In diesen Reden hat sich die Rhetorik so weit von ihrem Gegenstand entfernt, dass man den Eindruck gewinnt, gewisse parlamentarische Entscheidungen können nur gefällt werden, weil es unter Umgehung der Realitätswahrnehmung geschieht." (S.169)

21 Dezember 2012

Zach: Die Kälte der Macht II

Zachs Held Gundelach schreibt für Oskar Specht (Lothar Späth) das Buch, das diesen als Wirtschaftsvordenker erweisen soll. Dafür wird er von der laufenden Arbeit weitgehend freigestellt, merkt aber, dass er dabei wichtige Entwicklungen in der Staatskanzlei "verschläft".

Zur Belohnung für seine harte Arbeit lässt er sich eine Reise als Delegationschef in die chinesische Provinz organisieren. Jetzt ist er nicht Tross, sondern führt die offiziellen Gespräche. "Alles wie im richtigen Politikerleben." (S.335)
Bei Xi’an beim Anblick der Terrakottaarmee kommt ihm der Gedanke, "da wußte er, was ihm beim nächtlichen Anblick der Pyramiden und in der konturlosen weißen Weite der kanadischen Wildnis nur wie eine blasse Ahnung überkommen war: daß nichts, was auf Zeit und Leben setzt, Bestand hat, daß Geschichte mit dem Tod beginnt und nicht mit den Werken Lebender. Und daß von seinen wie von Oskar Spechts Bemühungen nichts übrig bleiben würde, weil sie beide werkgläubig waren und sonst nichts." (S.337)