20 Januar 2026

Lektüreanregungen

 Ich fasse mehrere unter dieser Überschrift zusammen, damit ich sie zunächst nur sehr kurz vorzustellen brauche, aber Platz habe, noch mehr dazu zu schreiben. 

Günter de Bruyn lese ich zwar nicht täglich, aber immer wieder mit Freude und Gewinn, diesmal "Vierzig Jahre" (1996) der Band seiner Autobiographie, der mich noch mehr "anmachte" als "Zwischenbilanz" (1992). 

Als die DDR gegründet wurde, war Günter de Bruyn 22, als der Staat von der politischen Bühne abtrat, 63 Jahre alt. Die vierzig Jahre, die dazwischen liegen und den größten Teil seines bewußten Lebens ausmachen, hat de Bruyn in der DDR verbracht. In diesem Buch berichtet er so offen, so uneitel, ruhig und gewissenhaft, wie dies bislang wohl noch nie geschah, vom Leben eines Bürgers in einem diktatorischen Staat und setzt damit seine vielbeachtete autobiographische Zwischenbilanz fort.

»Wenn man unter den deutschsprachigen Schriftstellern unserer Jahrzehnte denjenigen auszeichnen wollte, der die Arroganz bis zum letzten Hauch aus seiner Sprache getilgt und die Fairneß zur Arbeitsmoral erhoben hat, gehörte Günter de Bruyn der Preis.«
Sibylle Wirsing, "Frankfurter Allgemeine"

YouTube zu de Bruyn    W.Thierse über de Bruyn                    Foto u. Text anlässlich seines Todes                                        besonders Min. 52ff.

Zunächst steht hier nur verkürzt der Text einer KI (hier der vollständige Text), Zitate habe ich schon vorgemerkt, sie folgen, wenn ich Zeit dafür finde.

Über seinem Freund Herbert: das Porträt einer lebenslangen Freundschaft, die von den politischen und gesellschaftlichen Spannungen der DDR geprägt war. Die beiden lernten sich während der Zeit des Nationalsozialismus kennen, überlebten den Krieg und suchten in der frühen DDR nach Orientierung. Während de Bruyn den Weg des Schriftstellers einschlug, blieb Herbert eine Art "Gegenentwurf" – ein Mensch, der versuchte, im Privaten integer zu bleiben, während er im System der DDR zunehmend zerrieb. Herbert verkörpert für de Bruyn das Schicksal derer, die innerlich nicht mit dem System konform gingen, aber auch keinen offenen Widerstand leisteten. Er steht für geistige Unabhängigkeit, die ihn oft in Konflikt mit den Erwartungen der SED-Diktatur brachte, so dass er "Verlierer" der Geschichte wurde.

De Bruyn beschreibt die Beziehung zu Herbert mit einer Mischung aus Bewunderung, Mitleid und Selbstkritik, um die stickige Atmosphäre der DDR-Provinz und die Enge des damaligen Denkens spürbar zu machen.

sieh auch: https://fontanefan3.blogspot.com/search/label/G%C3%BCnter%20de%20Bruyn

Ernst Wiechert: Missa sine Nomine. Ich habe in den Jerominkindern und auch sonst manches von ihm gelesen, war nie begeistert, aber doch beeindruckt von seinem Lebensernst. Die Missa kenne ich noch nicht, hoffe aber, demnächst Zitate und etwas über meinen Eindruck berichten zu können. 

Wie manche hier beschriebene Bücher habe ich es aus einem öffentlichen Bücherregal und plane, es möglichst bald zurückzubringen. - Weshalb das? Gekaufte Bücher bringe ich nicht so leicht fort. Deshalb schätze ich sie deutlich wenige als die kostenlosen, wenn ich sie nicht längerfristig gebrauchen kann. Die billig gekauften nehmen da eine Mittelstellung ein. Ich leiste sie mir, obwohl ich weiß, dass sie nicht längerfristig bei mir bleiben sollen. Billig gekauft, werfe ich sie auch guten Wissens gleich zum Altpapier.

Nach der Lektüre des Wikipediaartikels habe ich mich entschlossen, das Buch nicht zu lesen und statt dessen mich wieder mehr mit Juli Zeh zu beschäftigen. 

Doch dass Wiechert eine Beschäftigung mit ihm wert ist, habe ich vor 16 Jahren hier festgehalten.

Ortrun Froehling (hg.) "Mein zerbrochenes Volk." Erzählungen und Gedichte aus Sri Lanka, 1985

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