14 Februar 2026

Werner Bergengruen: Zwieselchen

 Werner Bergengruen: Zwieselchen

Zwieselchen ist ein Buch von Werner Bergengruen für Kinder im Kindergartenalter. 

Die einzelnen Geschichten dieser Sammlung hatte der Autor für seine eigenen Kinder verfasst. Sie wurden zuerst 1931 in fünf einzelnen Büchern veröffentlicht: „Zwieselchen im Warenhaus“, „Zwieselchen im Zoo“, „Zwieselchen und Turu-Me“, „Zwieselchen und der Osterhase“ und „Zwieselchens große Reise“. 1933 erschienen dann alle Geschichten der fünf Teile in einem Band, der 1971 die 16. Auflage erlebte (insgesamt 104.000 Exemplare). In den „Zwieselchen“-Geschichten erfahren die kleinen Zuhörer oder Leser, wie ein kleiner Junge aus Berlin seine Umwelt erlebt und bewältigt.

Zwieselchen telefoniert zum ersten Mal; 
das Spielzeugautorennen; 
Zwieselchen im Zoo; 
der Löwe im Zoo erzählt, wie er aus Afrika in den Zoo kam; 
der Kurzschluss (Stromausfall); 

Großmutter erzählt, wie man früher mit den Zigeunern lebte:
Die Großmutter erzählt, was Turu-Me für wunderbare Dinge konnte.
"Ach, Großmutter, und da ist ja richtig dein Freund geworden, so Bibi, mein Freund ist?", fragte das Zwieselchen.
"Ja", sagte die Großmutter, "darum habe ich ihn auch so oft in seiner Kammer besucht, und er hat mir herrliche Dinge gemacht. Denn das ist kaum zu glauben, was Turu-Me alles konnte und was er mir alles gezeigt und geschenkt hat, in der langen Zeit, die er bei uns war."
"War er denn so lange bei euch?" fragte das Zwieselchen, "und wurde sein Fuß denn nicht besser?"
 "Doch, der Fuß wurde besser", erzählte die Großmutter weiter. "Aber es ging recht langsam, damit. Als Turu-Me viele Wochen gelegen hatte, da konnte er erst aufstehen, und dann humpelte er und stützte sich auf einen Stock. Das war schon im Winter, und es war sehr kalt. Darum war Turu-Me auch wohl froh, dass er in einem warmen Haus sein konnte und nicht auf der Landstraße zu frieren brauchte. Mein Vater gab ihm allerlei Arbeiten im Haus und im Hof, und dazwischen half er der Köchin oder dem Schmied oder dem Sattler und flickte Kessel und schliff Messer und Scheren, und alle hatten ihn gern, aber am liebsten hatte ich ihn, / weil ich doch seine Freundin war und er mein Freund. Und denke dir nur, was er machte – lauter Dinge, die kein anderer konnte. Einmal fand er irgendwo eine alte Schublade von einer zerbrochenen Kommode, daran nagelt er ein Brettchen zum Anfassen, und darüber spannte er ein paar Drähte. Das war sein Musikinstrument. Als es Frühling wurde, setzt er sich damit auf die Bank vor der Herberge in die Sonne, während der schmelzende Schnee vom Dach tröpfelte und am Himmel weiße Welt herum rannten wie winzige Zickelchen. Und dann macht er seine Musik, und ich kam angelaufen und setzte mich neben ihn und konnte gar nicht genug bekommen vom Zuhören. Denn obwohl mein Vater Flöte blasen und mein älterer Bruder schon Klavier spielen konnte, so fand ich doch, dass Turu-Me die allerschönste Musik machte, die ich je gehört hatte, und wenn ich heute daran zurückdenke, dann kommt es mir auch so vor."
Turu-Me sah mich an und lachte, und dann fragte er, ob er singen sollte. Ich sagte: "Ach ja, bitte, bitte!" Und nun sang er Lieder, die ich noch nie gehört hatte. Eins von Ihnen fing an:
 "Zinker, Zanker, Zaule.
schöner brauner Gaule."

Und ein anderes hieß:

"Schwarzer Hund hat Mond gefressen,
fetten, gelben Mond.
Schwarzer Hund hat platzen müssen.
 piri romi lo." /
Damals damals wusste ich noch viel mehr Lieder, die Turu-Me mir vorgesungen hatte, bis ich sie mitsingen konnte, aber heute weiß ich sie nicht mehr. Auch ein paar Worte in der Zigeunersprache habe ich von ihm gelernt, aber die habe ich alle wieder vergessen, weil es doch so lange her ist.
"Schade", meinte das Zwieselchen. "Ich hätte so gern gehört, wie die Zigeunersprache ist. Aber vielleicht lerne ich sie, wenn ich in die Schule komme." [...]  (S.79-82)
 
Zwieselchen im Warenhaus Wertheim; 
Zwieselchen geht verloren; 
Zwieselchen ertappt eine Diebin; 
Zwieselchen schläft im Warenhaus ein und träumt von einer Reise nach dem Winterland und nach Italien; 
Zwieselchen und das Osterwasser; 
Zwieselchen rettet den Osterhasen; 
Zwieselchen reist ans Meer.

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