30 Dezember 2008

Robert Burns

"Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr ..." in meiner Kindheit,
"Should old acquaintance be forgot ..." in meiner Jugend,
Freilichgraths trotziges "Es war 'ne heiße Märzenzeit ..." mit dem Refrain "Trotz alledem und alledem ..." und Biermanns "Trotz alledem", als ich erwachsen war -
alle haben mich berührt. Der Name Burns war mir nicht bekannt.
Erst jetzt, in einem Büchlein "Robert Burns and all that" wird mir klar, wem ich das alles verdanke und dass das Lied "Ich bin ein freier Bauernknecht ..." seine Haltung des "Bauerndichters" widerspiegelt, auch wenn er es nie gekannt haben wird.
"A man's a man" habe ich kaum gekannt, nicht die Lieder auf Maus und Laus und Haggis. Und ich habe auch nicht begriffen, was es bedeutete, als am Ende der Proms "Should old acquaintance", besser sollte ich schreiben: "Should auld acquaintance be forgot" gesungen wurde. Das Lied des schottischen Nationaldichters am Ende des von patriotischen Liedern so stark besetzten Festival-Abschlusses in London.
Freilich, es ist um die Welt gegangen.
Wie meine Entscheidung an eine Europäische Schule zu gehen, damit zusammenhängt, dass ich jetzt etwas über Robert Burns lerne und dass ich zwei Artikel in Gàidhlig (ThuringiaA' Ghearmailt) verfasst habe, ist dann noch eine andere Geschichte. Wenn es nicht zwei sind.

13 Dezember 2008

The time of our singing

Am Anfang modernes Märchen einer mir fremden Kultur, am Schluss Happy End mit einem Schuss Resignation. In der Mitte die Frage, die auch mich angeht: Wann ist Gewalt gerechtfertigt? Wie verständigt man sich, wenn man über diese Frage uneins ist? Wie weit ist Verstehen noch möglich.
Das andere mir zu schnell, zu grell, keine Charaktere.
So lese ich es gegenwärtig. Das Bild der physikalischen Ungleichzeitigkeit fügt sich mir in das Zeitbild nicht recht ein.

03 Dezember 2008

Dank an Sabine

Dem Blog einer Englischlehrerin verdanke ich den Hinweis auf höchst lesbare, klangvolle moderne englische Gedichte.

24 November 2008

Lektüre

Friedrich II. (Catt); Frau Aja; Der Klang der Zeit

17 November 2008

Unsicherheit Östereichs vor den Befreiungskriegen 1813

Das Wiener Cabinet kannte bei der getheilten Stimmung der Unterthanen, das Schwierige seiner Lage nur mehr als zu gut, um daher sein künftiges Benehmen, im Verein mit der öffentlichen Meinung gleichsam abzuwägen, wurden auf besondere Veranlaßungen auf den stehenden Theatern nicht nur patriotische Stücke aufgeführt, an welchen die Meinung des Volks sich brechen mußte, sondern die öffentlichen Behörden waren auch privat im aufgefordert worden, die in den verschiedenen Provinzen des Landes herrschenden Volksstimmungen über die politische Lage Österreichs für oder wider Frankreich, ohne wegen den etwanigen Verstoß mit der Hofmeynung darüber, im geringsten gefährdet zu seyn, unmittelbar einzuberichten. – So weit ging die Vorsicht Österreichs, ehe es sich in ein Spiel mischte, welches bei getheilten Intereße für ihn weniger gewagt, als für das Ganze von dem größten Belange und entscheidend war.

13 November 2008

Brecht: Wenn Herr K. einen Menschen liebte

"Ich mache einen Entwurf von ihm", sagt Brechts K. in den "Geschichten von Herrn Keuner". Dann sorgt er, dass der Mensch dem Entwurf ähnlich wird.

Brecht arbeitet so pointiert heraus, dass der Mensch verändert werden soll und nicht sein Bild an ihn angepasst werden, dass man es wohl nicht ironisch verstehen darf.

Freilich scheint er mir dabei - wie gelegentlich auch sonst -, einem leicht totalitären Verständnis von Marxismus zu folgen.

Frisch berichtet, dass er von einer Polenreise kommend Brecht durch seinen Bericht sehr betroffen gemacht habe. Als die Weigel dazu kam, hatte sie Brecht aber bald so weit, dass er nicht mehr glauben wollte, was er gehört hatte.
Frisch schließt seinen Bericht: "Unterrichtet darüber, was in Polen vorging, nahm ich mein Fahrrad." (Frisch Tagebuch 1966, Erinnerungen an Brecht, S.38)

26 September 2008

Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten

Christian Krachts Roman "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" von der kommunistischen Schweiz im Dauerweltkrieg habe ich angefangen zu lesen.
Die Geliebte Favre, die nach der ersten Liebesszene durch eine Explosion zerfetzt wird; die Tretmine, auf die sich Uriel, der Zwerg/Engel stellt, um den Ich-Erzähler zu erlösen, die dauernde Kälte sind erste Eindrücke von einem Roman, der in mir zwar Bilder freisetzt, von dem ich mir aber noch kein Bild machen kann.
4.11. Auch nachdem ich den Romans zuende gelesen habe - inzwischen schon wieder einige Zeit her, kann ich sagen, dass ich den Autor zwar für begabt halte, aber nicht glaube, dass ich den Roman noch einmal lese oder dass ich darauf brenne, einen weiteren Roman von ihm zu lesen. Ich werde aber schon mit einigem Interesse verfolgen, was er noch schreibt, denn, wie gesagt, begabt und originell ist er.

sieh auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tunguska-Ereignis

http://fontanefansschnipsel.blogspot.de/2018/05/ganz-kleiner-schnipsel-zu-kracht.html

 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/christian-krachts-poetikvorlesung-in-frankfurt-15604028.html