East of Eden habe ich vor über 50 Jahren angefangen und dann die englische Version abgebrochen. Ich habe danach sicherlich große Teile in einer deutschen Übersetzung gelesen, ob ich es vollständig gelesen habe, weiß ich nicht.
Gegenwärtig lese ich The Grapes of Wrath abends vor dem Einschlafen, und mit den dort vorhandenen Dialektpassagen komme ich gut zurecht. Weil ich aber deutsche Leser für dies Buch interessieren möchte, bin ich dabei, das Buch anhand englischer und deutscher Zitate vorzustellen.
Laut Wikipedia gilt "Früchte des Zorns" als Steinbecks bedeutendster Roman, und Jenseits von Eden sein beliebtester. Dazu: "In der Familiensaga, die vom Amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Ersten Weltkrieg reicht, erscheinen nicht soziale Ungerechtigkeiten, sondern die Abgründe der menschlichen Seele selbst als Quelle allen Übels. Hauptperson des epischen Werks ist Adam Trask, der sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts als reicher Farmer in Kalifornien niederlässt, dort aber von seiner Frau Cathy verlassen wird und seine Söhne allein aufziehen muss. An den gegensätzlichen Zwillingsbrüdern Caleb und Aron scheint sich fast zwangsläufig die alttestamentliche Geschichte von Kain und Abel zu wiederholen. Doch die Botschaft des Romans lautet, dass es kein vorbestimmtes Schicksal gibt und jeder Mensch die Freiheit der Wahl hat, sich moralisch oder unmoralisch, gut oder böse zu verhalten. Auf einer zweiten Erzählebene, die von den Hamiltons handelt, hat Steinbeck die Geschichte seiner eigenen Familie mütterlicherseits verarbeitet. – Elia Kazans Verfilmung von Jenseits von Eden, mit James Dean in der Rolle des Caleb, konzentriert sich ausschließlich auf die zweite Hälfte des Buchs und rückt anstelle von Adam Trask die Geschichte seiner beiden Söhne in den Mittelpunkt."
Nach der Lektüre dieses Wikipediaartikels zu "Jenseits von Eden" komme ich Jahrzehnte, nachdem ich das Buch mehr oder minder vollständig gelesen habe, jetzt zu dem Ergebnis, dass ich weiter The Grapes of Wrath auf Englisch lesen will, weil darin so viel von Steinbecks Meisterschaft steckt. Für einen Künstler mag es von größerem Reiz sein, aufzuzeigen, wie man auf den Pfad des Bösen gelangen kann, dass aber auch dann immer noch ein Weg zum Guten möglich ist. Mir persönlich ist aber noch ein Menschen begegnet, den ich für von Grund auf böse gehalten hätte, und nehme auch nicht an, dass ich einem solchen begegnen werde oder selbst ein solcher bin. Dagegen liegt mir an Beispielen dafür, wie man trotz großer Schwierigkeiten und selbst in aussichtsloser Lage wenigstens versuchen kann, nicht aufzugeben.
Die Erzählung muss ja nicht mit einem Happy End schließen, wie man sich das bei der Lektüre oft wünscht (Beispiel "David Copperfield"), aber sie sollte zu dem Leben passen, wie ich es kenne. In "Früchte des Zorns" sind die Schwierigkeiten größer, als ich sie bisher erlebt habe. Könnte man auch dann bestehen?
Unterhaltungsromane und Sachbücher sind da etwas ganz anderes.
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