"Die Erde hat Fieber, aber das Fieber ist nur ein Symptom, einer umfassenden Nachhaltigkeitskrise, bei der es in Wahrheit vor allem unser Lebensstil und unsere Werte sind, die unser künftiges Überleben bedrohen." (S. 50).
" 'Ich glaube, Beata hat ADHS', sagte ich später zu Svante. 'Das ist kein normaler Trotz.'
Ich hatte keine Ahnung, wie ich damals zu dieser Schlussfolgerung kam, und obwohl ich heute weiß, dass unsere Vermutung für sehr viele Jahre noch keine Hilfe gebracht hätte, wünschte ich, wir hätten uns mit dieser Möglichkeit bedeutend länger auseinandergesetzt, als wir es taten.
Erst sehr viel später merkten wir, wie sie, wie sehr wir uns dagegen wehrten, einzusehen, dass die Situation über das hinausgeht, was als normal gilt. Stattdessen haben wir uns die Schuld gegeben und uns angepasst. So, wie man es macht."
(S.54)
"Da die Familie nicht funktionierte, wenn wir nur zu viert waren, schlussfolgerte Svante, dass alles gut werden würde, wenn wir uns in Hotels und Restaurants unter Menschen mischten. Oder zumindest besser: 'Dann kommt alles wieder ins Lot, wartet 's nur ab.'
Und diese männliche, rationale Logik funktionierte! Abgesehen von ein bisschen Schweiß, Stress und Tränen auf dem Kinderhügel fühlten wir uns wieder gut. Wir funktionierten.
Wir lernten Skifahren. Wir tranken heiße Schokolade und aßen Würstchen mit Pommes.
Nachmittags badeten wir im Pool und gingen anschließend ins Restaurant.
Es war ein schöner Urlaub.
Wir hatten das Problem vertagt und es zugunsten von harmonisch verlaufenden Ferien und ein bisschen Ruhe und Frieden unter den Teppich gekehrt. Wir gaben der Oberfläche den Vorrang vor dem Inhalt, so, wie wir es gelernt hatten. Wir verbargen unsere Andersartigkeit und unsere Schwäche. Wir richteten den Blick auf den Weg, der vor uns lag, und sahen nie zur Seite." (S.55)
" 'Ihr kümmert euch nur um Greta. Nie um mich. Ich hasse dich, Mama. Du bist die schlechteste Mutter auf der ganzen Welt, du verdammte Bitch!', schreit sie, als mich Jasper der Pinguin am Kopf trifft.
Gefolgt von Rasmus und der Landstreicher, Harry Potter, Angelina Ballerina und 100 weiteren Filmen.
[...] Bei Greta ging es um Kilos, Minuten, Tage, Tabellen und Struktur. Alles war praktisch überdeutlich, und von diesem konkreten Schema ging eine Art Erleichterung aus. Bei Beata ist alles Chaos, Zwang, Trotz und Panik.
Ähnlich ist nur der Zeitpunkt – denn altersmäßig ereignet sich die Explosion um genau dieselbe Zeit in der vorpubertären Phase, zwischen dem zehnten und elften Lebensjahr." ( S.60/61).
"Greta kann wegen ihrer Essstörung nicht verreisen, und außerdem weigert sie, sich zu fliegen, dem Klima zuliebe.
'Fliegen ist das absolut Schlimmste, was man machen kann', erklärt sie.
Aber sie sagt, dass sie [ihr Vater und ihre Schwester] fahren sollen, wenn es ihrer kleinen Schwester hilft. Also fliegen Svante und Beata nach Sardinien [...] Sie schwimmen im Pool und essen im Restaurant, und diese männliche rationale Logik geht ein zweites Mal auf. / Der Umgebungswechsel tut Beata gut. Sie ist fröhlich und ausgeglichen.
Ein paar Stunden.
Dann bekommt sie Panik und will nach Hause. Im Hotel gibt es Geckos und Geräusche, und es ist zu warm, und sie kann nicht schlafen.
' Ich will nach Hause, jetzt', schluchzt sie." [...]
Es ist Mitsommerabend 2016, und wir gehen alle vier mit Moses [dem Familienhund] an der Leine vom Arlanda-Express zu Fuß nach Hause. / Greta und Beata pflücken unterwegs jede einen Blumenstrauß am Kungsholms Strand: sieben Mitsommerblumen, die sie unter ihre Kopfkissen legen, um von ihrer zukünftigen Liebe zu träumen.
'Ihr habt gerade einen CO2-Ausstoß in Höhe von 2,7 Tonnen verursacht', sagt Greta zu Svante. 'Das entspricht der Jahresemission von fünf Einwohnern des Senegal.'
'Ich verstehe, was du meinst.' Svante nickt. 'Von jetzt ab werde ich versuchen, auf dem Boden zu bleiben.' ( S. 62-64).
Unsere Gesellschaft ändert sich so schnell, dass viele Kinder damit nicht zurecht kommen.
"Als Familie kann man entlasten, den Weg ebnen und die Komplikationen untereinander teilen, das hilft. Mit der richtigen Unterstützung und den richtigen Anpassungen verringern sich die Probleme häufig mit der Zeit. Bekommt man allerdings keine Hilfe, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Probleme schnell größer werden, und die ganze Familie Gefahr läuft, mehr oder weniger in eine Co-Abhängigkeit zu geraten oder eine Co-Behinderung zu entwickeln.
Das ist genau das, was momentan in Zehntausenden schwedischen Familien geschieht – Familien, die überwiegend am Rand der Gesellschaft leben, betroffen von einer sozialen Ausgrenzung, von der niemand die geringste Ahnung zu haben scheint.
Denn mit dem Rand der Gesellschaft verbindet man keine ökonomischen Ziele. Dort gibt es keine Lobbygruppen. Dort, zwischen den unsichtbaren Kindern und den unsichtbaren Familien, gibt es kaum jemanden, der Energie zum Reden hat. Es zehrt zu sehr an den Kräften, und eigentlich fehlt mir die Kraft, darüber zu schreiben. Denn zwischen den Zeilen steht eine Geschichte, die man nicht erzählen kann.
Eine Geschichte, für die niemand die Kraft oder die Möglichkeit besitzt, sie nachzuzeichnen, denn diejenigen, die sich einmal an diesem Punkt befunden haben, wollen niemals wieder dorthin zurückkehren und sich erinnern müssen. Es ist zu belastend. [...]
Diese Geschichte ist für alle Betroffenen zu erniedrigend – und aus diesem Grund muss ich sie erzählen.
Es ist meine Pflicht, weil ich in der Position bin, ihr Gehör zu verschaffen. Ich muss von den täglichen Telefonaten mit/Lehrern und Eltern erzählen. Von den Anrufen beim Werklehrer, der Mathematikvertretung, beim Vater der Klassenkameradin. Oder von den Tausenden E-Mails spätabends an verschiedene Pädagogen, damit die Kinder zur Ruhe kommen und schlafen können. Von dem Zwang, immer diejenige zu sein, die daran erinnert, dass das Beste für die Mehrheit das Schlimmste für den Einzelnen sein kann. [...]
Von all den Antidepressiva und Beruhigungsmitteln. Von den Tagen, an denen ich nicht zu Hause schlafen darf, weil ich zu laut bin. Von Konzerten und Liedern, die ich in unserem Kellerabteil einstudieren muss. Von Freunden, die etwas auf Snapchat schreiben.
Von all den Tagen, an denen einem die Kraft fehlt oder an denen man rein gar nichts mehr möchte. Von all den Tagen, die eine einzige hoffnungslose Dunkelheit darstellen. Von all den Tagen – jedem einzelnen Tag in einem Zeitraum von über fünf Jahren –, an denen unsere Familie nicht zusammen essen oder sich kaum im selben Raum aufhalten konnte. [...] /Von den Daheimgebliebenen: den Kindern, die es nicht mehr schaffen, in die Schule zu gehen.
Jemand muss vor dem Schulsystem erzählen, in dem einer von vier Schülern auf der Strecke bleibt. Schülern, die kein Abschlusszeugnis bekommen, weil es den Förderschulen, die Millionengewinne einstreichen, 'misslingt', Lehrer einzustellen. Der lukrativste Misserfolg der Welt.
Von Kindern mit Autismus, die auf eine Schule gehen müssen, in der zweiundachtzig Prozent ihresgleichen gemobbt werden. Von all den Krisengesprächen mit Schulen und von all den Eltern und Lehrern, die völlig ausgebrannt sind. Von all denen, denen es schlimmer geht als uns.
Von den Zusammenhängen zwischen Autismus und Depressionen und Kindern, die sich das Leben nehmen.
Von der schwersten Statistik. Mädchen, die unter Anorexie leiden. Und von der bodenlose Trauer über all die Kindheiten, die unwiederbringlich verloren gehen, weil wir in einer Gesellschaft leben, die jeden Tag immer weniger Menschen integriert." (S.69-71)
"Streetdance gesellt sich nun zu der langen Reihe an missglückten Gruppenaktivitäten.
Aber bevor wir gehen, darf ich Beata umarmen.
Lange. Sie weint verzweifelt in meinen Armen, und das ist schrecklich, aber ich darf mich zumindest wie eine Mutter fühlen, die von ihrem Kind gebraucht wird.
Es ist seit langer Zeit das erste Mal, dass ich mein geliebtes kleines Mädchen im Arm halten darf. Es ist wie eine Heimkehr nach einem Leben im Exil.
Es ist der beste Moment.
Von allen." (S. 75)
"Am Ende wird bei Beata ADHS diagnostiziert, mit Zügen von Asperger, OCD und eine Störung mit oppositionellem Trotzverhalten.
Wenn Beata keine Diagnose bekommen hätte, hätten wir nicht gemeinsam mit der Schule die Anpassungen vornehmen können, durch die sie sich integrieren und wieder wohl fühlen konnte. Hätte sie keine Diagnose bekommen, hätte ich es nicht den Eltern ihrer Mitschüler, ihren Lehrern und allen anderen Erwachsenen erklären können. Hätte sie keine Diagnose bekommen, hätte ich nicht mehr arbeiten können. Hätte Beata keine Diagnose bekommen, hätten wir dieses Buch niemals schreiben können.
So krass sieht die Wirklichkeit aus. Der Unterschied ist wie Tag und Nacht.
Aber jetzt bekommt Beata eine Diagnose, und es wird ein Neuanfang für sie, eine Erklärung, eine Rehabilitierung.
Unsere Tochter geht auf eine gute Schule. Eine Schule mit Ressourcen, mit ausgebildeten Fachkräften. Eine der wenigen Schulen, die Inklusion, Beeinträchtigungen und individuelle Anpassungen ernst nehmen. Aber nach wie vor ist / es das freiwillige Engagement einzelner Lehrer, das den entscheidenden Unterschied ausmacht. Beata hat wunderbare Lehrer, mit deren Hilfe alles funktioniert. Sie muss keine Hausaufgaben machen. Wir können alle Gruppenaktivitäten abwählen. Wir vermeiden alles, was Stress verursacht.
Und es funktioniert. Zu Hause lernen wir, dass der deskalierend wirkende Low- Arousal-Ansatz die beste Methode ist. Ganz gleich, was geschieht, wir dürfen auf Wut nie mit Wut reagieren, das bringt mehr Schaden als Nutzen. Wir passen uns an, und wir planen mit genau festgelegten Routinen und Ritualen. Stunde für Stunde. [...] Jede Familie hat eine Heldin oder einen Held. Beata ist unsere Heldin. Als es Greta im schlechtesten ging, musste Beata zurückstecken und alleine klarkommen. Hätte sie das nicht getan, hätte rein gar nichts funktioniert. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen. Ich stehe ihr am nächsten, denn ich bin ihre Mutter. Und wir sind uns so unheimlich ähnlich. Ich bin diejenige, die sie am besten versteht, und das weiß sie. Aber das würde sie niemals zugeben.
Manchmal mache ich Fehler. Manchmal bin ich das Kind. Ich schaffe es nicht immer, den Low- Arousal-Ansatz zu befolgen.
Aber ich liebe Beata bis an das Ende der Zeit und darüber hinaus. / [...]
Dass unsere Kinder am Ende Hilfe bekamen, geht auf viele verschiedene Faktoren zurück. Teilweise lag es an bestehenden Gesundheitswesen, an bewährten Methoden, guter Beratung und wirkungsvoller Medikation. Aber dass Greta und Beata diese Rehabilitierung erhalten haben, verdanken wir vor allem unserem eigenen Kampf, einem Zusammenspiel aus Geduld, Zeit, Glück sowie der Tatsache, dass eine Reihe von Menschen etwas getan haben, was sie nicht durften, aber von dem sie wussten, dass es richtig war.
Eine Gesellschaft kann sich nicht auf Glück oder zivilen Ungehorsam verlassen. Die meisten Eltern haben nicht 250.000 Follower in den sozialen Medien. Die meisten Eltern können nicht Vollzeit zu Hause bleiben, ohne sich krank zu melden. Die meisten Eltern verfügen nicht über den notwendigen sozialen Status." (S. 76-79)
"Wir Schweden sind engagiert. Wir setzen uns für fast alles ein, wofür man sich nur einsetzen kann. Wir setzen uns für Menschen in Not und Flüchtlinge ein und lehnen uns gegen Ungerechtigkeit auf.
Aus ökologischer Perspektive betrachtet, sind wir allerdings bei weitem nicht so großartig – und zu den Schlimmsten zählen Leute wie ich.
'Ihr Promis seid für die Umwelt, ungefähr das, was der Rechtspopulist Jimmie Åkesson für die multikulturelle Gesellschaft ist', sagt Greta am Frühstückstisch. Das jemandem an den Kopf zu werfen, der Multikulturalität sehr schätzt, ist nicht nett. Aber ich fürchte, es trifft / zu. Nicht nur auf Prominente, sondern auf die allermeisten Menschen. Jeder möchte schließlich erfolgreich sein, und nichts kann Erfolg so gut vermitteln wie Luxus, Überfluss und Reisen, Reisen, Reisen.
[...] 'Nenn mir eine einzige Sache, für die sie [die Prominenten] sich einsetzen, außer vielleicht gegen einen ausgewachsenen Atomkrieg mit fatalen Folgen, die wir nie wieder gutmachen könnten?'
Sie hat natürlich recht. Und wenn wir das Klima zerstören, dann lässt es sich nie wieder reparieren – und zukünftige Generationen werden nicht alles wieder einrenken können, so gerne sie das auch wollten.
Und klar, wir Menschen setzen uns für die falschen Sachen ein. Oder besser gesagt, wir setzen uns für das Richtige ein, aber solange wir dabei durch unseren Lebensstil gegen das Wichtigste überhaupt verstoßen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir am Ende vergeblich gekämpft haben werden. / Natürlich muss nicht jeder ein Klimaaktivist sein. Aber das aller Mindeste wäre doch, dass wir zumindest damit aufhören, unsere Umwelt und unseren Planeten aktiv zu zerstören, und es unterließen, unsere Klimazerstörung in den sozialen Medien wie Trophäen vorzuführen.
Ich bin natürlich selbst Teil des Problems. Noch keine drei Jahre her, da habe ich sonnige Selfies aus Japan hochgeladen. 'Einen guten Morgen aus Tokio', und schon strömten 10.000 Likes auf mein Handy. [...] Ich war vor 8000 Menschen aufgetreten, und die Konzerte waren im japanischen Fernsehen ausgestrahlt worden, meine Reise hatte also doch einen Zweck gedient, dachte ich.
Als ob die Biosphäre und das Ökosystem sich für das japanische Fernsehen interessieren würden." (S. 83-85). :
Diktiert, wird nachkorrigiert
"Vielleicht hätte ich doch lieber ein Kochbuch schreiben sollen. [...] Kein Buch darüber, wie es meiner Familie in den letzten Jahren über lange Phasen hinweg ging.
Aber ich muss. Denn es ging uns beschissen. Mir ging es beschissen. Swante ging es beschissen. Den Kindern ging es beschissen. Dem Planeten ging es beschissen. Sogar dem Hund ging es beschissen. / Und wir mussten darüber schreiben.
Gemeinsam.
[...] Wir leben in einer Zeit des historischen Überflusses. Die gemeinsamen Vorräte in der Welt waren nie größer. Genau wie die Kluft zwischen arm und reich. Manche Menschen haben unglaublich viel, mehr als sie benötigen. Andere haben nichts.
Gleichzeitig ergeht es der Welt um uns herum immer schlechter. Das Meereis schmilzt, die Insekten sterben, die Wälder werden abgeholzt, und die Weltmeere und das Ökosystem kollabieren."(S. 88/89).
"Donald Trump verkörpert in unserer Gesellschaft das Schlimmste. Der bisherige das ist der bisherige Höhepunkt auf dem Weg, den wir eingeschlagen haben, aber in seiner Welt leben wir natürlich schon lange. In der Welt der Gewinner. Einer Welt, in der alles expandieren muss.
Die Welt ist wie ein Karussell, das sich in immer höheren Tempo dreht – schneller und schneller. [...]
Werden wir irgendwann den kritischen Punkt erreichen? Den Punkt, an dem wir nicht länger wegsehen können, wenn diejenigen, die es nicht schaffen, sich der Geschwindigkeit anzupassen, aus dem Karussell geschleudert werden?
All diejenigen, die wir einer Gesellschaft des ewigen Wachstums opfern. Jener Gesellschaft, die uns einen höheren Lebensstandard beschert, weil der Antrieb, es besser zu haben und der in schwindelnder Höhe lebenden Elite näher zu kommen, alles vorantreibt. Und natürlich, manchmal scheint es verlockend, einfach die Augen davor zu verschließen, dass / wir drauf und dran sind, den Ast abzusägen, auf dem wir gemeinsam alle gemeinsam sitzen." (S. 94)
"Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Kindern im Alter zwischen zehn und siebzehn Jahren ist in der letzten Dekade um einhundert Prozent gestiegen." (S.95)
In Schweden "hat sich die Zahl der mit Erschöpfungssyndrom diagnostizierten Menschen seit 2010 verdoppelt. Sechs Jahre in Folge. Über achtzig Prozent der Betroffenen sind Frauen. [...] / Wir befinden uns wie gesagt in einer Nachhaltigkeit Krise. Aber wir befinden uns ebenfalls in einer akuten Klimakrise. Es gibt so gut wie niemanden mehr, der die Krise noch abstreitet, was positiv ist. Das Problem besteht allerdings darin, dass von dem Moment an, in dem man sich die Existenz der Krise eingesteht, bis zu dem Punkt, an dem man begreift, was sie bedeutet, es ein weiter Weg ist. Ein unfassbar weiter." (S.97/98)
"Ein Brief an all jene, die die Chance haben, gehört zu werden.
Ich heiße Greta und bin fünfzehn Jahre alt. Meine kleine Schwester, Beata, wird im Herbst dreizehn. Wir dürfen bei den Parlamentswahlen, die im Herbst anstehen, nicht mitwählen, obwohl die Fragen, die auf dem Spiel stehen, Auswirkungen auf unser gesamtes zukünftiges Leben haben werden. / Ihr sagt immer, dass die Kinder unsere Zukunft sind, und dass ihr alles Erdenkliche für eure Kinder tun würdet. Es klingt so zuversichtlich, wenn ihr das sagt. Und wenn ihr meint, was ihr sagt, dann hört uns doch bitte auch zu – denn wir wollen euren übertriebenen Elan nicht haben. Wir wollen eure Geschenke nicht, auch nicht eure Pauschalreisen, eure Hobbys, oder eure ganze grenzenlose Freiheit. Das einzige, was wir wollen, ist, dass ihr euch in der akuten nachhaltigen Krise, die um euch herum in vollen Gange ist, ernsthaft engagiert. Und wir wollen, dass ihr endlich sagt, wie die Dinge wirklich sind." (S.99/100)
"In Wahrheit haben wir unseren ökologischen Kredit in dem Moment aufgebraucht, als unsere Emissionen den Anteil von dreihundertfünfzig Millionstel Kohlendioxid in der Atmosphäre überschritten – nämlich im Jahr 1987." (S.101)
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