10 Oktober 2026

Kurt Schwitters: Die Zwiebel

Kurt Schwitters (* 20. Juni 1887 in Hannover; † 8. Januar 1948 in Kendal, Cumbria, England) war ein deutscher Künstler, Maler, Dichter, Raumkünstler und Werbegrafiker, der unter dem Kennwort Merz ein dadaistisches „Gesamtweltbild“ entwickelte. Sein Werk umfasst die Stilrichtungen Konstruktivismus, Surrealismus und Dadaismus, dem sie aber nur durch Gegensätzlichkeit ähnlich waren. Aus heutiger Sicht zählt Schwitters zu den einflussreichsten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts.

Das folgende in Ausschnitten vorgestellte Märchen verliert seinen Schreckenscharakter, wenn man es als Werk des Dadaismus liest. Andererseits wirkt es dadurch weit interessanter.

light). Anna und Emma, die beiden Mägde, brachten einen Kübel und einen Quirl." (S.108/09) 
Damit verlassen wir den fortlaufenden Text, was zum sprunghaften Dadaismus passt. S.114:

S.116/117

S.117:
"Dein Vater", sagte ich, der König bleibt tot." (Schleifleder aus Seehundsfellen.)
Der Arzt fiel in Ohnmacht. Ich ließ dem König zwei gelbe Wachskerzen in die Löcher im Bach stecken und ließ die Kerzen anzünden. (Briefmarken werden in Zahlung genommen.) Als die Flamme durch die Löcher in den Bauch des Königs schlug, explodierte der König. Das Volk aber brachte ein Hoch auf mich aus. (Sozialismus heißt arbeiten.)
[Die Zwiebel. Merzgedicht, S. 108 aus: Anna Blume und ich, 1965, zitiert aus: Märchen deutscher Dichter. Ausgewählt von Elisabeth Borchers. insel taschenbuch 13, 1972, S.108-117]



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