18 Oktober 2026

Biermann und Walser und andere Schriftsteller

 Biermann erlebt man immer nur inszeniert. Er verkündet seine Erkenntnisse. Walser erlebt man verletzlich. 1964 habe ich Walser in Berlin erlebt. Ich wusste, er hatte über Kafka promoviert, hatte seine Ehen in Philippsburg gelesen. Schon damals fühlte er sich von dem mächtigen Literaturpapst Reich-Ranicki angeggriffen.

Biermann war uns durch seine Auftritte und Schallplatten bekannt, wir sangen seine Lieder. Dann habe ich ihn in Frankfurt in der Alten Oper erlebt, vor großem Publikum. Immer verkündet er,stellt seine Erkenntnisse aus. Aber man kann seine Kunst der Formulierung erleben. Er ist einfach ein Meister. 

Walser ist wortreich. Ein Großschriftstelle, der sich zum Sprecher für andere macht und dadurch wie in seiner Paulskirchenrede angreifbar wird.

Biermann bietet Erprobtes und Geprobtes. Er weiß, dass man ihn hört und abhört ("Die Stasi ist mein Eckermann:" und richtet sich danach. Auf seine Tagebücher darf man gespannt sein. Es wird wohl nur Erprobte vorkommen, aber das ist jetzt durchaus Absicht.


Auftritte und Interviews mit mehreren Schriftstellern, Vorstellung von Schriftstellern und literarischen Werken

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