04 Mai 2026

Elena Ferrante: Die Geschichte der getrennten Wege, Band 3 der Neapolitanischen Romane

 Elena Ferrante (Wikipedia): Die Geschichte der getrennten Wege Copyright 2013, dt. 2017

Heute wie druckfrisch in einem kleinen neuen öffentlichen Bücherregal gefunden.

Das Pseudonym der Autorin ist literarisch Interessierten schon länger bekannt (dazu der Wikipediaartikel), die Gelegenheit in eins der Bücher hineinzusehen, wollte ich nicht verpassen. Meine Vermutung ist, dass ich nicht rasch damit vorankommen werde. 

[Das habe ich geschrieben mir Blick auf Steinbecks "Früchte des Zorns", über die ich seit dem 11.2. berichte und Jack Londons "Martin Eden", über den ich seit dem  4.3. berichte (gegen Ende April beendet). Freilich, beide habe ich auf Englisch abends im Bett gelesen,  um das Einschlafen zu befördern. "Von Früchte des Zorns" hatte ich Anfang und Schluss auf Deutsch gelesen, bevor ich mit "Martin Eden" begann. Jetzt bin ich irgendwo im ersten Viertel oder Drittel. - Da ich Ferrante auf Deutsch lese, werde ich schneller vorankommen können und eher einen Eindruck gewonnen haben, so dass  das Springen zum Schluss früher erfolgen dürfte.]

Daher schon hier zur Vorstellung ein Link auf den Wikipediaartikel Neapolitanische Saga. Für die, die den Spoiler fürchten, die Angaben von zwei KIs (beide gekürzt) um mir Zusammenfassungen zu ersparen.

 KI EcosiaDie Neapolitanische Saga von Elena Ferrante ist eine der bekanntesten und meistdiskutierten Buchreihen der letzten Jahre. Die vierbändige Reihe erzählt die lebenslange Freundschaft und Rivalität zwischen zwei Frauen aus Neapel: Elena Greco (genannt Lenù) und Raffaella Cerullo (genannt Lila). Die Saga ist ein tiefgründiges Porträt von weiblicher Emanzipation, sozialer Ungleichheit, Gewalt und der Komplexität menschlicher Beziehungen.

  1. Meine geniale Freundin (L’amica geniale, 2011)

    • Die Geschichte beginnt in den 1950er-Jahren in einem armen Viertel Neapels. Die beiden Mädchen, Elena und Lila, wachsen in einer von Männern dominierten Welt auf. Lila ist hochintelligent, rebellisch und voller Ideen, während Elena sich als die “Stille” sieht, die durch Bildung und Fleiß versucht, ihrem Schicksal zu entkommen. Der Band endet mit Lilas plötzlicher Hochzeit in jungen Jahren – ein Bruch in ihrer Freundschaft.
  2. Die neue Freundin (Storia del nuovo cognome, 2012) Der zweite Band deckt die 1960er-Jahre ab. Elena beginnt, sich von Lilas Schatten zu lösen, und besucht das Gymnasium. Lila hingegen ist in einer unglücklichen Ehe gefangen, kämpft mit häuslicher Gewalt und versucht, sich durch Arbeit und Bildung zu befreien.

  3. Diejenigen, die gehen und diejenigen, die bleiben (Storia di chi fugge e di chi resta, 2013) Hier wird die Freundschaft auf die Probe gestellt, als Elena in Florenz studiert und sich von Neapel entfernt. Lila arbeitet in einer Fabrik und engagiert sich politisch. Die gesellschaftlichen Umbrüche der 1970er-Jahre (Studentenproteste, Feminismus, wirtschaftliche Krisen) spielen eine zentrale Rolle.

  4. Das verlorene Kind (Storia della bambina perduta, 2014) spielt in den 1980er- und 1990er-Jahren. Elena hat sich als Schriftstellerin etabliert, während Lila ein zurückgezogenes Leben führt. Die Vergangenheit holt beide ein, und die Frage, wer von ihnen “erfolgreich” war, wird neu verhandelt. Der Roman endet mit einem rätselhaften Verschwinden Lilas.

KI Gemini (etwas stärker gekürzt)

Was die Saga so besonders macht, ist Ferrantes ungeschönter Blick auf die Realität:

  • Ambiguität der Freundschaft: Es ist keine reine „Wohlfühl-Freundschaft“. Sie ist geprägt von tiefer Liebe, aber auch von Neid, Konkurrenzkampf und gegenseitiger Abhängigkeit.

  • Das Viertel (Rione): Ein Mikrokosmos voller Gewalt, Camorra-Einfluss und strenger patriarchaler Strukturen, dem beide Frauen auf unterschiedliche Weise zu entkommen versuchen.

  • Bildung als Befreiung: Während Elena durch Bildung sozial aufsteigt, bleibt die (vielleicht genialere) Lila im Viertel gefangen, fordert das System jedoch von innen heraus heraus.

  • Sprache: Der Kontrast zwischen dem harten neapolitanischen Dialekt (Gewalt/Herkunft) und dem reinen Italienisch (Bildung/Aufstieg).

Hintergrund: Elena Ferrante ist ein Pseudonym. Die wahre Identität der Autorin (oder des Autors) ist offiziell nicht bestätigt, was den Kult um die Bücher noch verstärkt hat. Die Anonymität soll sicherstellen, dass das Werk für sich selbst spricht.

Die Saga wurde unter dem Originaltitel "L'amica geniale" (My Brilliant Friend) spektakulär von HBO und der RAI verfilmt. Die Serie ist bekannt für ihre visuelle Treue zum Zeitgeist und die herausragenden schauspielerischen Leistungen.


Kurznotiz zur Lektüre (4.5.): Die Erzählerin Elena scheint der Autorin näher zu stehen als Lila. Diese scheint mehr dem idealen Ich der Autorin zu entsprechen. So zur Handlung getrieben, dass sie darüber ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellt.

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